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Am Ende holt er seinen sechsten Toursieg, den bereits zweiten bei der diesjährigen "Großen Schleife"
Marcel Kittel feiert in London seinen 6. Erfolg bei der Tour de France. ZUM DURCHKLICKEN: Die Bilder der ersten Woche © getty

Marcel Kittel lässt in London seinen Konkurrenten nicht den Hauch einer Chance. Konkurrent Andre Greipel erlebt die nächste Pleite.

London - Marcel Kittel riss die Hände vom Lenker und schlug sich auf die von Stolz geschwellte Brust.

In einer weiteren Darbietung seiner Überlegenheit hat der deutsche Top-Sprinter auch die dritte Etappe der 101. Tour de France gewonnen und seine Konkurrenten auf royaler Bühne in beeindruckender Weise zu Statisten degradiert.

Nach dem Auftaktsieg am Samstag und einem Tag in Gelb kann Kittel die Frankreich-Rundfahrt bereits als vollen Erfolg verbuchen.

Sprint aus dem Lehrbuch

Den Rivalen dürfte der 26-Jährige dagegen zunehmende schlaflose Nächte bereiten.

Kittel scheint unschlagbar.

"Ich habe alles rausgehauen, das war einer der schnellsten Sprints meiner Karriere", sagte der Thüringer.

Unweit des Buckingham Palace in London, auf der von Tausenden Fans gesäumten Prachtstraße The Mall, hatte Kittel einen Sprint wie aus dem Lehrbuch auf dem regennassen Asphalt hingelegt (917113DIASHOW: Die Bilder der 1. Woche).

Sagan hält Kittels Antritt nicht stand

Mit kraftvollen Tritten ging der Überflieger an erster Position auf die letzten Meter.

Der slowakische Sprintstar Peter Sagan (Cannondale) hatte sich taktisch clever an Kittels Hinterrad geklemmt - doch Kittels Antritt hatte der Vorjahresgewinner des Grünen Trikots nichts entgegenzusetzen.

Den drittplatzierten Australier Mark Renshaw (QuickStep) trennten zu Kittel mehrere Meter. Bei Sprintankünften im Radsport sind dies Welten.

"Es war nahe an der Perfektion, ein Sprint Royal vor dem Buckingham Palace", sagte Kittel.

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Perfekte Vorbereitung

Zu verdanken hat Kittel, der im Vorjahr vier Tour-Etappen für sich entschied, seinen Höhenflug auch der herausragenden Arbeit seiner Teamkollegen von Giant-Shimano.

"Wenn wir Marcel an führender Stelle auf die letzten Meter schicken, ist gegen ihn nichts zu machen", sagte Kittels deutscher Teamkollege John Degenkolb aus Gera.

Mustergültig hatten Kittels Helfer ihren Kapitän in Stellung gebracht, im hektischen Finale beschützt und den Sieg auf dem Silbertablett serviert.

Kittel musste nur noch zugreifen.

Dass sich Degenkolb, der sich die Führungsrolle mit seinem Kumpel teilt, für Kittel zerriss und bei der eigenen Zieleinfahrt jubelnd mit dem Publikum spielte, spricht für den Zusammenhalt in der Mannschaft.

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"Fühle mich nicht unschlagbar" - Greipel schwach

Bei aller Begeisterung war Kittel dennoch bemüht, die Erwartungen zu dämpfen. "Es kann auch schnell vorbei sein, ich fühle mich nicht unschlagbar. Aber wir gehören zu den allerbesten, wir strotzen nur so vor Selbstbewusstsein", sagte er.

Dieses scheint Andre Greipel abhanden gekommen zu sein.

Der zweite deutsche Top-Sprinter konnte wie bereits zum Auftakt am Samstag aufgrund schlechter Team-Vorbereitung nicht in den Sprint eingreifen und trudelte als 23. ins Ziel.

Dass Kittel mit seinem insgesamt sechsten Tour-Tagessieg in der deutschen Bestenliste an ihm vorbeizog und für den insgesamt 72. Tour-Etappenerfolg eines Deutschen sorgte, dürfte Greipel herzlich egal gewesen.

NetApp-Fahrer überrascht

Die Etappe nahm ihren erwarteten Verlauf.

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Kurz nach dem Start nahmen zwei Fahrer Reißaus und bestimmten mit ihrer Flucht lange Zeit das Geschehen. Dabei setzte sich auch das deutsche Wildcard-Team NetApp in Person des Tschechen Jan Barta erstmals in Szene.

Dessen Ausritt an der Seite des Franzosen Jean-Marc Bideau (Bretagne-Seche) beendeten die Sprinterteams, die den Vorsprung während des Rennens auf rund vier Minuten begrenzt hatten, knapp sechs Kilometer vor dem Ziel.

Die Tour kommt nach Hause

Am Dienstag kehrt die Tour de France in die Heimat zurück. Nach dem dreitägigen Gastspiel in England findet die vierte Etappe auf französischem Boden statt (914879DIASHOW: Die Etappen der Tour de France).

Über 163,5 km führt das Teilstück von Le Touquet-Paris-Plage nach Villeneuve-d'Ascq, einem Vorort der Großstadt Lille.

Das Profil der Strecke bietet wenig Herausforderungen und kommt erneut Kittel entgegen.

Auf einen weiteren Tag im Gelben Trikot kann sich der Italiener Vincenzo Nibali (Italien/Astana) einstellen, der seine Gesamtführung erfolgreich verteidigte (DATENCENTER: Die Gesamtwertung der Tour de France).

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