vergrößernverkleinern
ZUM DURCHKLICKEN: Die Bilder der ersten Woche © getty

Am Tag von Froomes Tour-Aus bestätigt Nibali beeindruckend seine Ambitionen. Der abgehängte Contador gibt sich kämpferisch.

Reims - Nach seinem Sturz-Debakel ist Christopher Froome schon wieder zu Hause in Monaco und erholt sich vom bittersten Tag seiner Radsport-Karriere.

Fluchtartig hat der am Handgelenk verletzte britische Titelverteidiger nach seinem frühen Aus die Frankreich-Rundfahrt verlassen, der Tour-Thron ist nun verwaist. (DATENCENTER: Die Gesamtwertung der Tour de France)

An seine Stelle könnte der Italiener Vincenzo Nibali treten, doch nach der ebenso denkwürdigen wie chaotischen fünften Etappe ist auch ein Herzschlagfinale mit einer Reihe von Bewerbern nicht ausgeschlossen.

Contador kämpferisch

Vor allem der Spanier Alberto Contador lässt sich von seinem deutlichen Rückstand noch lange nicht entmutigen. (917113DIASHOW: Die Bilder der 1. Woche)

"Ich habe nicht mehr riskiert als unbedingt nötig. Jetzt werde ich Kräfte sammeln und dann kommt mein Terrain. Es ist nur eines von vielen Kapiteln der Tour vorbei", sagte der Kapitän des Teams Tinkoff-Saxo, dem im Moment 2:37 Minuten auf Nibali fehlen.

Schon am Wochenende in den Vogesen dürfte der zweimalige Tour-Gesamtsieger in den Angriffsmodus schalten.

[tweet url="//t.co/6mS4VUUSO8"]

Nibali wird gefeiert

Nibali ist sich dessen bewusst, bewahrt Ruhe und verweist wie so viele vor ihm in dieser Position auf die enormen Anstrengungen, die bei der Tour noch bevorstehen.

"Es ist noch eine lange Distanz und es wird schwer, Alberto zu kontrollieren", sagte der Sizilianer. SHOP: Jetzt Radsport-Artikel kaufen

Gleichwohl provozierte sein beeindruckender Ritt über die glitschigen Pflastersteine der "Hölle des Nordens", durch Matsch, Pfützen und miserables Wetter, heroische Schlagzeilen der italienischen Presse.

Der "Hai von Messina" wird zum "Polarstern"

Die "Gazzetta dello Sport" sah "ein Märchen. Mut und Klasse, Laseraugen und ein Herz, das für einen Traum schlägt." Es sei einer der schönsten Tage in der jüngsten Geschichte des Radsports gewesen.

Der "Hai von Messina" könne jetzt zum "Polarstern" der Tour de France werden. (914879DIASHOW: Die Etappen der Tour de France)

Der "Corriere dello Sport" fand, Nibali sei wie ein Tänzer über das Pave gefahren und für "Tuttosport" rückt "ein heldenhafter Nibali zum Favoriten der Tour auf".

[tweet url="//twitter.com/vincenzonibali"]

Perfektes Timing

Dies muss der 29-Jährige freilich erst noch bestätigen, doch er hat sich in eine Ausgangslage gebracht, die ihm zuletzt die wenigsten noch zutrauten.

Nibali hatte die Tour zu seinem großen Saisonziel auserkoren, war jedoch bis zur italienischen Meisterschaft eine Woche vor dem Grand Depart ohne jeden Erfolg.

Offenbar stimmt sein Timing aber perfekt. "Dantesk", also gewaltig, fand das Tour-Organ "L'Equipe" seine Leistung nach Arenberg.

Froome am Boden zerstört

Gewaltig im negativen Sinn war die Enttäuschung für Froome. Nach seinem Sturz auf der vierten Etappe waren die Strapazen mit einem schwer lädierten Handgelenk am Folgetag für den Sky-Kapitän zu groß.

[tweet url="//twitter.com/chrisfroome/statuses/486914057837223938"]

"Es ist zu früh, um zu sagen, wann ich wieder auf dem Rad sitzen werde", ließ Froome über sein Team mitteilen.

Das exakte Ausmaß seiner Verletzungen sollen anstehende intensive Untersuchungen ergeben.

Seuchen-Tour für die Briten

Nach der enormen Begeisterung beim Grand Depart in Großbritannien und den Hoffnungen auf eine Traumtour, waren die letzten Tage zum Vergessen - erst die Aufgabe von Mark Cavendish und nun die Tragik um Froome.

[tweet url="//twitter.com/chrisfroome"]

Gerade noch zwei Briten (Geraint Thomas und Simon Yates) sind im Rennen.

Das Vereinigte Königreich wäre jetzt dankbar, wenn wenigstens Bradley Wiggins, der Gesamtsieger von 2012, noch dabei wäre, doch Sky-Boss Dave Brailsford hatte ihn ausgebootet. #

Froome soll Vuelta fahren

Für Froome schmiedet er dagegen bereits neue Pläne. Der gebürtige Kenianer soll sich bei der Vuelta in Spanien (23. August bis 14. September) für das Tour-Desaster entschädigen (News).

"Wir werden ihn, da bin ich mir sicher, bei der Vuelta in Aktion sehen", sagte der Sky-Mastermind.

Die Tour-Hoffnungen trägt an Froomes Stelle jetzt der Australier Richie Porte.

teilentwitternE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel