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Vincenzo Nibali hat bei der diesjährigen Tour de France schon zwei Etappen gewonnen © getty

Nach dem Aus von Contador und Froome scheint Vincenzo Nibali bei der Tour unantastbar. Die Tifosi feiern das Phänomen.

Besancon - Am Ende seiner Triumphfahrt nahm Vincenzo Nibali den rechten Daumen in den Mund und schickte eine Liebesbotschaft an seine kleine Tochter. (917113DIASHOW: Die Bilder der Tour de France)

"Meine Frau hat mir gesagt, dass Emma ganz ruhig wird und die Augen weit aufreißt, wenn sie meine Stimme im Fernsehen hört", erklärte der Italiener nach dem fulminanten Sieg auf der zehnten Etappe der 101. Tour de France (tägl. im LIVE-TICKER) .

In den kommenden Tagen darf sich Rachele Nibali im heimischen Lugano auf weitere Unterstützung in der Betreuung des knapp fünf Monate alten Säuglings einstellen.

Denn Nibali, der neue alte Träger des Gelben Trikots, ist beim wichtigsten Radrennen der Welt ein viel gefragter Mann.

Auch Contador raus

Daran dürfte sich bis auf Weiteres auch nichts ändern.

Nibali hat sich vom Podestkandidaten zum absoluten Top-Favoriten auf den Tour-Gesamtsieg gemausert. SHOP: Jetzt Radsport-Artikel kaufen

Nach den sturzbedingten Ausfällen der beiden Top-Favoriten Christopher Froome und Alberto Contador wirkt der Kapitän des Astana-Teams unantastbar, die verbleibenden Gegner scheinen dagegen kaum konkurrenzfähig.

"Ich denke, meine Leistung war auf einem sehr hohen Level, vergleichbar mit der beim Giro 2013", sagte Nibali nach seiner starken Vorstellung am Montag zur Bergankunft in La Planche des Belles Filles.

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Erster italienischer Tour-Sieg seit Pantani?

Im Vorjahr gewann Nibali die Italien-Rundfahrt, nun machen sich die radsportverrückten Tifosi berechtigte Hoffnungen auf den ersten heimischen Tour-Sieger seit Marco Pantani, der bei der "Tour du Dopage" 1998 erfolgreich war.

"Italien kann endlich träumen", schrieb die "Gazzatta dello Sport" und beschwor das Ende der 16 Jahre währenden Durststrecke. (914879DIASHOW: Die Etappen der Tour de France)

"Nibali, Phänomen bei der Tour! Jetzt hat er das Rennen in der Hand", schrieb "Tuttosport", und "La Repubblica" kam zu einem durchaus treffenden Schluss: "Nibali ist nach Contadors Rückzug ohne Rivalen."

Beeindruckende Attacke

Mit einer beeindruckenden Attacke zog der "Hai von Messina" auf der bis zu 20 Prozent steilen Rampe ins Ziel seinen Rivalen davon zu seinem zweiten Tagessieg bei der Tour 2014.

Präsentiert sich Nibali im Hochgebirge ähnlich souverän und überlegen, ist das Rennen um den Tour-Sieg so gut wie gelaufen.

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Nach Alpen droht Langeweile

Spätestens nach den Alpen droht dann statt des erhofften Spektakels im Kampf um Gelb Langeweile. (DATENCENTER: Die Gesamtwertung der Tour de France)

Der Australier Richie Porte (Sky) hat als Zweiter des Gesamtklassements bereits nach der zehnten Etappe einen Rückstand von 2:23 Minuten, auf Rang drei folgt der Spanier Alejandro Valverde (Movistar/2:47).

Aus von Contador und Froome "eine Schande"

"Es ist eine Schande, dass die Tour zwei ihrer Hauptdarsteller verloren hat", sagte Nibali zum Ausscheiden seiner Hauptkonkurrenten.

Vor allem mit Contador, dem am Montag bei einem Sturz das rechte Schienbein brach, fühlte Nibali mit: "Ich wünsche ihm nur das Beste."

Contador flog am Dienstag gegen 12.00 Uhr in einem Privatjet von Teameigner Oleg Tinkow nach Madrid und unterzog sich dort weiteren Untersuchungen (News).

Auch eine Operation wurde in Erwägung gezogen.

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Nibali dämpft Erwartungen

Trotz der guten Ausgangslage versuchte Nibali, die hohen Erwartungen zu dämpfen.

"Ich werde versuchen, das Gelbe Trikot zu behalten, aber ich bin nicht ohne Rivalen. Ich muss sehr umsichtig mit meinem Vorteil umgehen", sagte der 29 Jahre alte Sizilianer.

Gelingt ihm dies, und davon ist nach derzeitigem Stand auszugehen, kann Emma Nibali ihren Vater in knapp zwei Wochen als Tour-Sieger sprechen hören.

Vielleicht sogar vor Ort, in seinen Armen auf den Champs-Elysees in Paris.

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