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John Degenkolb (2.v.l.) wurde auf der 11. Etappe nur knapp geschlagen. ZUM DURCHKLICKEN: Die Bilder der Tour de France © getty

Degenkolb wird nach langer Leidenszeit auf der 11. Etappe knapp geschlagen. Gallopin düpiert Sagan. Talansky leidet einsam.

Oyonnax - John Degenkolb warf sein Rad gegen den Mannschaftsbus und verschwand erst einmal frustriert.

Doch nach einigen Minuten war die Enttäuschung über die knappe Niederlage auf der elften Etappe der Tour de France (tägl. im LIVE-TICKER) verflogen.

"Nach der letzten Woche ist das ein Erfolg. Die Verletzung wird besser. Dass ich super in Form bin, habe ich immer gesagt", sagte Degenkolb. (917113DIASHOW: Die Bilder der Tour de France)

Degenkolb blendet Schmerzen aus

Im einem verbissenen Sprint um den möglichen ersten Tour-Tagessieg seiner Karriere blendete der 25-Jährige die stechenden Schmerzen aus.

Doch der Franzose Tony Gallopin aus dem Team Lotto-Belisol war nicht mehr zu fassen.

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"200 Meter zu kurz"

Kurz vor der Erfüllung seines großen Traums ging dem deutschen Radprofi schlichtweg die Straße aus.

"Das Rennen war 200 Meter zu kurz. Das kann man nicht ändern", sagte Degenkolb.

Gallopin setzt entscheidende Attacke

Auf der halsbrecherischern Abfahrt ins Ziel von der Cote d'Echallon hatte sich eine temporeiche Hatz entwickelt.

Die entscheidende Attacke setzte dabei Gallopin, der auf der zehnten Etappe am Montag für einen Tag das Gelbe Trikot getragen hatte und seine Traum-Tour fortsetzte.

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Die Gruppe um Degenkolb und den slowakischen Träger des Grünen Trikots, Peter Sagan (Cannondale), war sich in der Verfolgung des Franzosen lange uneinig und konnte ihn nicht mehr rechtzeitig stellen.

Keine Baseballschläger mehr

Nach qualvollen Tagen seit seinem schweren Sturz in der ersten Tour-Woche wurde Degenkolb zwar noch der Lohn für seine Leiden verwehrt.

Doch selbst Platz zwei nach 187,5 km zwischen Besancon und Oyonnax war ein noch am Ruhetag nicht für möglich gehaltener Überraschungscoup.

"Ich spüre keine Baseballschläger mehr an der Hüfte", sagte Degenkolb, als er schon wieder entspannt lachen konnte: "Der Ruhetag hat wirklich gut getan."

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Muskelriss noch nicht verheilt

Der gebürtige Geraer war zuvor die Tempoverschärfungen auf den anspruchsvollen letzten 50 Kilometern mit vier Bergwertungen mitgegangen.

Auch in der halsbrecherischern Abfahrt ins Ziel von der Cote d'Echallon war er ganz vorne dabei - alles immer noch unter der Zuhilfenahme von erlaubten Schmerzmitteln.

Denn sein kleiner Muskelriss am Gluteus maximus ist noch nicht verheilt.

"Bei jedem anderen Rennen würde ich nach Hause fahren. Aber ich bin ein Kämpfer, kein Weichei", hatte er gesagt.

Chance auf der 12. Etappe

Am Donnerstag kommt nun noch eine Etappe, die Degenkolb liegen dürfte. (914879DIASHOW: Die Etappen der Tour de France)

"Es ist nicht ganz so schwer wie heute", sagte er über das zwölfte Teilstück von Bourg-en-Bresse nach St. Etienne (185,5 km), in dem auf seine Giant-Kollegen viel Arbeit wartet, damit es erneut zum Sprint einer größeren Gruppe kommt.

Nibali verteidigt Gelb

Vincenzo Nibali trägt weiter das Gelbe Trikot des Gesamtführenden. (DATENCENTER: Die Gesamtwertung der Tour de France)

Auch der Italiener hielt das hohe Tempo der abschließenden Abfahrt mit und und verteidigte die Gesamtführung erfolgreich.

Greipel gewinnt Zwischensprint

Der deutsche Top-Sprinter Andre Greipel setzte sich an seinem 32. Geburtstag bei der Sprintwertung nach 89 Kilometern in Szene.

Als das Hauptfeld die Markierung erreichte, bewies der Rostocker sein Können in seiner Spezialdisziplin und sprintete Konkurrent Marcel Kittel ab.

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Im Ziel durfte er den Sieg seines Teamkollegen Gallopin bejubeln.

Talansky quält sich mit Riesen-Rückstand

Zur tragischen Figur wurde der Amerikaner Andrew Talansky.

Der Kapitän des Teams Garmin-Sharp, der im Juni das wichtige Vorbereitungsrennen Criterium du Dauphine gewonnen hatte, konnte dem Tempo des Pelotons schon zur Hälfte des Rennens nicht folgen und stieg rund 55 Kilometer vor dem Ziel vom Rad.

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Auf einer Leitplanke sitzend und offensichtlich mit Schmerzen im Rückenbereich diskutierte Talansky mehrere Minuten mit seinem Sportdirektor Robbie Hunter.

Unter Tränen trat er dann aber doch wieder in die Pedale und quälte sich mit riesigem Rückstand über den Asphalt.

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Das Ziel erreichte Talansky jedoch innerhalb des Zeitlimits - aber mit 32 Minuten und 5 Sekunden Rückstand.

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