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Ein Crash mit Sylvain Chavanel erzürnt Andre Greipel. ZUM DURCHKLICKEN: Die Bilder der Tour de France © getty

Andre Greipel hat nach Chavanels Harakiri-Aktion beim Kristoff-Sieg keine Chance und schimpft. John Degenkolb wird abgedrängt.

Saint-Etienne - "Gorilla" Andre Greipel tobte durch den Zielbereich und ließ seiner Wut freien Lauf, auch "Raubopfer" John Degenkolb ärgerte sich maßlos:

Die beiden deutschen Top-Sprinter sind auf der zwölften Etappe der Tour de France (tägl. im LIVE-TICKER) durch törichte Fahrfehler der Konkurrenz um die Chance auf einen Tagessieg gebracht worden.

Den holte sich der Norweger Alexander Kristoff (Katjuscha), der den Slowaken Peter Sagan (Cannondale) und den Franzosen Arnaud Demare (FDJ.fr) auf die Plätze verwies.

Doppelter Ärger

Greipel ging nach einer zweifelhaften Aktion des Franzosen Sylvain Chavanel bereits rund drei Kilometer vor dem Ziel des 185,5 km langen Teilstücks in Saint-Etienne zu Boden.

Degenkolb wurde auf den letzten Metern durch eine hanebüchene Aktion des Italieners Matteo Trentin ausgebremst. (917113DIASHOW: Die Bilder der Tour de France)

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"Sind nicht beim Boxen"

"Wir sind hier nicht beim Ringen oder Boxen. Ich lasse mir nicht alles gefallen", schimpfte ein völlig aufgebrachter Greipel nach der Zieldurchfahrt.

Chavanel hatte sich mit unfairen Mitteln im hektischen Finale Platz verschaffen wollen.

Der 35-Jährige nahm die Hand vom Lenker, schubste dann einen Fahrer des Cannondale-Teams beiseite und ging dabei zu Boden.

Während sich Greipels Teamkollege Marcel Sieberg gerade noch im Sattel halten konnte, flog der Rostocker auf den Asphalt.

Greipel keift Chavanel an

"Das war ein klarer Regelverstoß", sagte Greipel, der zum Glück mit kleineren Schürfwunden davonkam. Schon unmittelbar nach dem Sturz hatte sich der Sprintstar ein heftiges Wortgefecht mit IAM-Profi Chavanel geliefert.

Unbeeindruckt fuhr der ehemalige französische Meister davon, Einsicht wollte Greipel bei seinem Gegner nicht erkannt haben. Diese kam erst lange nach dem Rennen.

"Es war eindeutig mein Fehler, ganz klar meine Schuld", sagte Chavanel etwa eine Stunde nach der Zieldurchfahrt.

Degenkolb wird "beraubt"

Als Greipel seinem Ärger Luft gemacht hatte, trat der Etappen-13. Degenkolb mit versteinerter Miene aus dem Teambus.

"Es war ein super hektischer Sprint. Ich musste ziemlich um meine Postion kämpfen. Als ich in Position war, wurde ich beraubt", sagte der Thüringer.

Auf den letzten Metern war Degenkolb dabei, links an Trentin vorbeizuziehen, als dieser plötzlich ausscherte und Degenkolb den Weg versperrte.

"Ich habe eine ziemliche Welle bekommen. Mein rechter Schuh ist noch ganz schwarz von seinem Reifen", sagte Giant-Profi Degenkolb, der auch seine Teamkollegen für einen Tag voller Fleißarbeit nicht belohnen konnte.

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Schwerer Sturz von de la Cruz

Eine fünfköpfige Fluchtgruppe ohne deutschen Fahrer machte sich kurz nach dem Start auf den Weg und erarbeitete sich einen Vorsprung von rund vier Minuten.

Einen Rückschlag erlebte die Gruppe nach rund 90 km, als der Spanier David de la Cruz vom deutschen Team NetApp-Endura in einer Kurve schwer auf die rechte Schulter stürzte und verletzt aus dem Rennen ausstieg.

Für das Wildcard-Team NetApp war es der erste Ausfall bei der Tour-Premiere. (581743DIASHOW: Die Tour der Leiden)

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Trentins Disqualifikation tröstet Degenkolb nicht

Das verbliebene Quartett arbeitete lange Zeit weiter zusammen, letztlich war die Flucht aber aufgrund der Nachführarbeit von Giant-Shimano nicht von Erfolg gekrönt.

"Ich bin sehr sehr enttäuscht. Das ist nicht schön, denn die Mannschaft hat viel getan", sagte Degenkolb, bereits am Mittwoch unglücklicher Zweiter.

Dass Trentin von der Jury für sein Verhalten aus der Wertung genommen wurde, konnte Degenkolb nicht trösten. "Das spiegelt die Fakten und meine Wahrnehmung wider", sagte er.

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Nibali behält Gelb

Die Favoriten um den Gesamtsieg hielten sich derweil zurück. (DATENCENTER: Die Gesamtwertung der Tour de France)

Souverän im Gelben Trikot fährt weiter der Italiener Vincenzo Nibali vom Team Astana.

Sagan wartet weiter

Als große Enttäuschung musste vor allem Sagan die erneute Niederlage im Sprint gegen Kristoff werten.

Für den 24 Jahre alte Top-Sprinter und Träger des Grünen Trikots war es bereits die achte Top-5-Platzierung bei der Tour 2014.

Auf einen Tagessieg wartet Sagan dagegen bislang vergeblich.

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Bergankunft der Ehrenkategorie

Am Freitag ruft der Berg. Auf der ersten Alpenetappe müssen die Podestkandidaten ihre Karten offenlegen, von Saint-Etienne führt die Strecke über 197,5 km nach Chamrousse.

Rund 50 Kilometer vor dem Ziel steht der Anstieg zum Col de Palaquit (1. Kategorie) an, entscheidend für den Ausgang der Etappe wird der Anstieg ins Ziel sein. (914879DIASHOW: Die Etappen der Tour de France)

Erstmals bei dieser Tour ist eine Bergwertung der Ehrenkategorie zu bewältigen, die Strecke ist 18,2 km lang und im Schnitt 7,3 Prozent steil.

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