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Vierter Sieg bei der Tour: Vincenzo Nibali
ZUM DURCHKLICKEN: Die Bilder der Tour de France © getty

Vincenzo Nibali hängt in der Hitzeschlacht auf der schweren Alpen-Etappe der Tour die Konkurrenz ab und zieht mit Kittel gleich.

Chamrousse - In der Gluthitze der französischen Alpen behielt Vincenzo Nibali kühlen Kopf.

Nach einer eindrucksvollen Demonstration der Stärke auf der 13. Etappe der Tour de France (tägl. im LIVE-TICKER) scheint der italienische Radprofi kaum noch zu gefährden zu sein.

Am 100. Geburtstag der großen Legende Gino Bartali (1914-2000) setzte Nibali seine eigene mögliche Fahrt in die Radsport-Geschichtsbücher fort. (917113DIASHOW: Die Bilder der Tour de France)

Nibali baut Führung aus

Mit seinem dritten Tagessieg baute der 29-Jährige seine Gesamtführung vor dem Spanier Alejandro Valverde auf 3:37 Minuten aus, nur ein schwerer Sturz oder ein heftiger Schwächeanfall können Nibali wohl noch stoppen.

"Ich bin vielleicht in der Form meines Lebens. Ich hatte einen guten Saisonaufbau, alles war auf die Tour ausgerichtet", sagte er.

Überlegte Attacke

Der Astana-Kapitän unterstrich seinen Status als Tour-Patron mit einer wohl überlegten Attacke.

Gut sieben Kilometer vor der Bergankunft in Chamrousse beschleunigte Nibali entschlossen und ließ seine Konkkurenten scheinbar mühelos stehen.

Mit gleichmäßig hohem Tempo distanzierte der "Hai von Messina" den 34-jährigen Valverde um 50 Sekunden, kurz danach überquerte Thibaut Pinot aus Frankreich die Ziellinie, der hinter seinem Landsmann Romain Bardet Gesamtvierter ist.

Aber auch von der starken französischen Fraktion dürfte kaum noch Gefahr ausgehen. (DATENCENTER: Die Gesamtwertung der Tour de France)

"Alberto wäre heute in Gelb gewesen

Bevor Nibali seinen Triumph auskostete, atmete er kräftig durch und reckte dann nach einer fast 200 km langen Hitzeschlacht die Arme in die Höhe.

Nicht nur das Gelbe Trikot trägt der Sizilianer weiter auf seinen Schulter, auch in der Bergwertung übernahm er nun die erste Position.

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Erneut wurde deutlich, dass Nibali wohl nur die ausgeschiedenen Christopher Froome und Alberto Contador hätten Paroli bieten können.

"Alberto wäre heute in Gelb gewesen, und ich bin mir sicher, dass auch Nibali das weiß", sagte Contador-Teambesitzer Oleg Tinkow.

Sternstunde für NetApp

Das deutsche Team NetApp-Endura erlebte derweil eine Sternstunde.

Der Tscheche Leopold König belegte hinter dem Polen Rafal Majka (Polen/Tinkoff) den dritten Tagesrang und belohnte sich damit für eine äußerst couragierte Fahrt.

Nur elf Sekunden fehlten König, der in die Top-Ten der Gesamtwertung aufrückte, auf Dominator Nibali. Die Freude bei NetApp war ausgelassen.

"Leopold hatte einen superstarken Tag", sagte Sportdirektor Enrico Poitschke begeistert.

Porte bricht böse ein

Nibalis bisheriger Top-Konkurrent Richie Porte erlebte bei Temperaturen um 35 Grad hingegen einen fürchterlichen Einbruch.

Der von einem Magen-Darm-Virus geschwächte Australier, nach dem Ausstieg von Froome "Ersatz-Kapitän" bei Sky, verlor 8:48 Minuten, sein Traum vom Toursieg ist damit geplatzt.

"Die Lichter sind bei ihm ausgegangen. Das war nicht normal, da steckt mehr dahinter. Der Doktor wird sich das anschauen", sagte Sky-Sportdirektor Servais Knaven.

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Sturz von Fuglsang

Für Nibali gab es allerdings auch einen Rückschlag: Jakub Fuglsang stürzte als sein wichtigster Helfer auf der Abfahrt von der vorletzten Bergwertung auf dem Col de Palaquit.

Der Däne konnte das Rennen zwar sichtlich gezeichnet fortsetzen, seinen Kapitän in der Schlussphase aber nicht mehr unterstützen. (581743DIASHOW: Die Tour der Leiden)

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Valverde leitet Ausscheidungsfahren ein

Auf dem harten Anstieg nach Chamrousse (18 km lang, 7,3 Prozent steil), wo zuletzt bei der Tour 2001 Lance Armstrong ein Bergzeitfahren vor Jan Ullrich gewonnen hatte, leitete Movistar um Valverde ein gnadenloses Ausscheidungsfahren ein

Astana führte diese fort - und Nibali vollendete die Tempoverschärfung mit dem Sieg.

Voigt attackiert, Kittel stürzt

In der hektischen Anfangsphase der Etappe hatten zuvor wiederholt Ausreißer ihr Glück versucht, darunter der unverwüstliche Jens Voigt (42/Trek).

Kurz nach dem Start hatte es eine Schrecksekunde für den Kittel gegeben.

Der Arnstädter, der drei der ersten vier Etappen gewonnen hatte, stürzte, blieb aber unverletzt und erreichte mit dem Gruppetto das Ziel.

Am Sonntag bietet sich für den Giant-Profi in Nimes die Chance auf Etappensieg Nummer vier.

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Lautaret und Izoard

Am Samstag stehen auf der 14. Etappe mit dem Col du Lautaret (2085 m/1. Kategorie) und dem 2360 m Col d'Izoard (Ehrenkategorie) zwei der berühmtesten Berge der Frankreich-Rundfahrt an.

Allem Anschein nach wird Nibali dort wie später bei der Bergankunft in Risoul wiederum alles im Griff haben. (914879DIASHOW: Die Etappen der Tour de France)

Lautaret und Izoard sind immens lange, aber nicht unbedingt steile Anstiege, und auch die Bergankunft in Risoul ist nicht übermäßig anspruchsvoll.

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