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Schon nach seinem Olympiasieg 2004 wurde Tyler Hamilton positiv getestet © imago

Tyler Hamilton verabschiedet sich mit einem neuerlichen Dopinggeständnis endgültig vom Radsport und wird "jede Strafe annehmen".

München - Athen-Olympiasieger Tyler Hamilton hat sich als Wiederholungstäter geoutet und dem Radsport den nächsten Dopingfall beschert.

Hamilton bestätigte dem Internetportal "cyclingnews" am Freitag einen Positivtest von Anfang Februar und gab zugleich seinen Rücktritt bekannt.

"Ich habe eine verbotene Substanz genommen und werde jetzt jede Strafe annehmen, die sie mir geben", sagte Hamilton, dem eine lebenslange Sperre droht.

Bereits 2004 war der 38-jährige US-Amerikaner nach dem Gewinn der olympischen Goldmedaille in Athen bei der Spanien-Rundfahrt des Blutdopings überführt und für zwei Jahre gesperrt worden. Seine Goldmedaille hatte er jedoch behalten dürfen.

DHEA im Antidepressivum

Diesmal wurde bei Hamilton das verbotene Steroid Dehydroepiandrosteron (DHEA) gefunden, das Hamilton mit einem rezeptfreien Antidepressivum zu sich genommen hatte. 2003 waren bei ihm Depressionen offiziell diagnostiziert worden.

"Ich wusste, dass DHEA auf der Liste der verbotenen Substanzen steht. Ich wusste auch, dass die amerikanische Anti-Doping-Agentur jeden Tag vorbeikommen und mich testen konnte", erklärte Hamilton.

Im Januar habe er die doppelte Dosis des Antidepressivums genommen, nachdem bei seiner Mutter Krebs diagnostiziert worden war: "Ich habe eine harte Zeit durchgemacht und war verzweifelt."

"Die Ruhe vor dem Sturm"

Gerüchte über einen erneuten Positivtest Hamiltons, der seit Anfang 2008 für den von Jan Ullrichs Ziehvater Rudy Pevenage geleiteten Rennstall Rock Racing fährt, waren bereits vor einigen Monaten aufgekommen. Seine geplanten Starts sagte er unter Verweis auf eine Bronchitis ab.

"Ich brauchte ein paar Wochen, um zu überlegen, was ich tue. Ich wusste, dass es die Ruhe vor dem Sturm sein würde", meinte Hamilton.

Endgültiger Rücktritt

Es ginge ihm nun aber um seinen Rücktritt vom Sport und seine Depression, nicht um die Vergangenheit. "Ich möchte nicht mehr darüber sprechen, ich muss jetzt nach vorne schauen und auf mich aufpassen."

Tyler Hamilton war nach seiner zweijährige Sperre seit September 2006 wieder startberechtigt. Im November nahm ihn der italienische Tinkoff-Radrennstall für zwei Jahre unter Vertrag.

Doch die Zusammenarbeit dauerte nur ein halbes Jahr, da wurde Tyler Hamilton wegen seiner möglichen Verwicklung in die "Operacion Puerto" in Spanien wie auch Teamkollege Jörg Jaksche aus Ansbach suspendiert.

"Ölwechsel" bei Fuentes

Hamilton war als langjähriger Fuentes-Klient dokumentiert, unter anderem 2004 mit dem Hinweis "Ölwechsel".

Seit Anfang 2008 fuhr Hamilton für das amerikanische Rock-Racing-Team. Seinen ersten Erfolg bei einer Rundfahrt feierte er im Juli 2008 bei der Qinghai Lake Tour in China.

Zwei Monate später gewann der ehemalige Helfer des siebenmaligen Tour-Siegers Lance Armstrong das Straßenrennen im Rahmen der US-Meisterschaften.

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