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Danilo Hondo fuhr 2004 - 2005 für das Team Gerolsteiner bevor er gesperrt wurde © getty

Für den eigenen Rennstall nach der Karriere hat Danilo Honda große Pläne - und baut auf seine wegen Dopings belasteten Freunde.

Alanya - An Abschied will Danilo Hondo noch nicht denken, doch schon jetzt plant der ehemalige deutsche Straßenmeister seine Zeit nach der Radsport-Karriere.

Dabei setzt der 35-Jährige auf die Hilfe seiner Freunde Jan Ullrich und Andreas Klöden.

Einen eigenen Rennstall will Hondo gründen, mit Ex-Toursieger Ullrich und dem früheren Tour-Zweiten Klöden als Berater. (Comeback von Ullrich und Klöden?)

"Wir haben schon über das Thema gesprochen", sagte Hondo bei der Türkei-Rundfahrt. "Beide haben ihre eigene Meinung dazu."

Sponsoring als Erfolgsrezept?

Mit ihren guten Kontakten zur heimischen Wirtschaft sollen beide mithelfen, Hondos Erfolgsrezept zu verwirklichen.

Und das hört sich wiefolgt an: junge deutsche Fahrer und deutsche Sponsoren sollen heimischen Zuschauern die Identifikation ermöglichen.

"Eine Riesenchance"

"Deutschland verdient ein Team, auf das es stolz sein kann", betonte der gebürtige Cottbuser, der in der Türkei sein Debüt im Trikot des tschechischen PSK Whirlpool-Teams gegeben und auf der sechsten Etappe seinen ersten Saisonsieg als Zweitplatzierter nur knapp verpasst hatte.

Hondo meint: "Es besteht eine Riesenchance, denn trotz aller Rückschläge boomen beispielsweise in Deutschland immer noch Jedermann-Rennen."

Karriere-Knick

Rückschläge hat auch Hondo in seiner langen Karriere schon einstecken müssen.

2005 wurden bei der Murcia-Rundfahrt Spuren des Stimulans Carphedon in seinem Körper gefunden, zwei Jahre Sperre folgten.

Doch Hondo kämpfte, klagte vor dem Internationalen Sportgerichtshof CAS und ordentlichen Gerichten und bekam sogar Hilfe vom als Doping-Jäger bekannten Molekularbiologen Werner Franke.

Doping-Sperre ist abgehakt

"Hier wurde meiner Meinung nach einem jungen Menschen unrecht getan", sagte Franke damals. Doch auch dies konnte die Sperre Hondos nicht verhindern.

"Natürlich gibt es manchmal Momente, in denen man überlegt, was ohne die Sperre passiert wäre. Doch eigentlich denke ich immer weniger daran."

Erst 2008 gab er bei einer Rundfahrt in Malaysia sein Comeback.

Auch private Rückschläge

Zwar gewann er eine Etappe, doch blieb dies aufgrund weiterer Rückschläge sein einziger Sieg im vergangenen Jahr.

Drei Stürze verhinderten weitere Erfolge, und auch im privaten Bereich gab es einen Nackenschlag.

Seine Frau trennte sich von ihm während der Türkei-Rundfahrt im vergangenen Jahr per SMS.

Hondo will angreifen

Zurückblicken will Hondo nicht mehr, vielmehr will er im Spätherbst seiner Karriere nochmal angreifen.

"Ich glaube, ich kann noch drei bis vier Jahre vorne mitfahren", sagte er.

Denn die Freude am Radsport habe er trotz allem nicht verloren: "Ich habe immer noch Spaß mich zu quälen."

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