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Linus Gerdemann fuhr 2005 durch seinen Etappensieg bei der Tour de Suisse ins Rampenlicht © getty

Das deutsche Team gerät mangels Erfolge unter Zugzwang. Beim Klassiker Lüttich-Bastogne-Lüttich soll es Linus Gerdemann richten.

Lüttich - Die Ausbeute ist bescheiden, die Unzufriedenheit wächst: Das neu formierte Team Milram fährt der Weltspitze noch hinterher und steht nach einem bislang enttäuschenden Saisonverlauf allmählich unter Zugzwang.

"Die Hoffnungen und Erwartungen waren größer. Ich habe an verschiedenen Stellen Druck ausgeübt, bevor es der Sponsor macht. Wir warten auf den Knall", beschreibt Teamchef Gerry van Gerwen vor dem dem letzten Frühjahrsklassiker Lüttich-Bastogne-Lüttich am Sonntag seine Erwartungshaltung.

Nur zwei relativ unbedeutende Siege stehen nach dem ersten Saisondrittel zu Buche.

Nur AG2R erfolgloser

Lediglich das französische Team AG2R hat weniger vorzuweisen, während etwa der T-Mobile-Nachfolge-Rennstall Columbia schon 18-mal jubeln durfte. (DATENCENTER: Alle Ergebnisse)

"Ich war mit den Leistungen nicht zufrieden, aber seit ein paar Wochen ist es besser geworden. Die Motivation ist inzwischen da, der letzte Schritt ist nun die Leistung", ergänzt van Gerwen, der vor der Saison noch 24 Siege als Saisonziel ausgegeben hatte.

Dass ausgerechnet beim Ardennen-Klassiker, dem ältesten noch bestehenden Eintagesrennen der Welt, die Trendwende erfolgt, wäre aber auch für den Niederländer eine "Überraschung".

Gerdemann mag das Profil

Dennoch rechnet man sich beim deutschen Rennstall durchaus Chancen aus. Vor allem Kapitän Linus Gerdemann soll es in Lüttich richten. ("Je mehr Transparenz reinkommt, desto besser")

Der Deutschland-Toursieger hat unter der Woche den Fleche Wallonne extra ausgelassen, um sich gezielt auf "La Doyenne" vorzubereiten.

"Vom Streckenprofil her kommt es mir eher entgegen als das Amstel Gold Race am vergangenen Wochenende. (Schleck-Sturz überschattet Amstel Gold Race) Ich fühle mich sehr gut und habe mich entsprechend vorbereitet", sagt Gerdemann. Für die elf giftigen Anstiege auf dem 261 km langen Parcours fühlt er sich gut gerüstet.

Voigt lieber in der Romandie

Aber auch der zweimalige deutsche Meister Fabian Wegmann (Freiburg), der seine Magenverstimmung überwunden hat, und Christian Knees (Bornheim) könnten eine Rolle spielen.

Seit dem Triumph von Didi Thurau vor 30 Jahren hat den Klassiker kein deutscher Fahrer mehr gewonnen. 2005 war der Berliner Jens Voigt noch mal nahe dran, als er sich im Schlusssprint dem damaligen T-Mobile-Profi Alexander Winokurow geschlagen geben musste.

Der 37-Jährige ist diesmal in Belgien nicht am Start, stattdessen wird Voigt in der kommenden Woche bei der anspruchsvollen Tour de Romandie fahren.

Rebellin oder die Schleck-Brüder?

Zu den großen Favoriten in Lüttich gehören insbesondere der Spanier Alejandro Valverde, der das Rennen schon zweimal gewann, oder der frühere Gerolsteiner-Profi Davide Rebellin, der mit dem Sieg beim Fleche Wallonne seine Klasse auch im hohen Alter von 37 Jahren eindrucksvoll unter Beweis stellte.

Aber auch der Italiener Damiano Cunego und die beiden Schleck-Brüder Andy und Frank könnten ein gewichtiges Wörtchen mitreden.

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