Ungeachtet der laufenden Doping-Ermittlungen hat das italienische Rad-Team Lampre Gilberto Simoni verpflichtet.

Der zweimalige Sieger des Giro d'Italia war in seiner Karriere bereits zweimal positiv auf Kokain getestet und einmal mit einer Schutzsperre wegen eines erhöhten Hämatokritwertes belegt worden.

Simoni unterschrieb bei Lampre, wo auch der Cottbuser Danilo Hondo fährt, einen Kurzzeitvertrag bis zum Ende des Giro d'Italia. Danach will der 38-Jährige seine Karriere beenden.

Simoni musste 1998 pausieren, weil bei einer Kontrolle bei der Portugal-Rundfahrt eine zu hohe Anzahl roter Blutkörperchen festgestellt wurde. Im April und im Mai 2002 folgten die positiven Kokaintests.

Zunächst begründete Simoni das Ergebnis mit dem Betäubungsmittel einer Zahnarztbehandlung, dann mit dem Tee einer kolumbianischen Tante, den er reichlich getrunken haben wollte.

Letztlich schob er es auf die kokainhaltigen Halsbonbons derselben Tante. Der italienische Verband sah in dem Konsum keinen leistungssteigernden Effekt und sprach den Bergspezialisten frei.

Der Weltverband UCI sah von einem Einspruch gegen die Entscheidung ab.

Die italienische Staatsanwaltschaft ermittelt derzeit gegen 35 Personen aus dem Team Lampre und dessen Umfeld. Im Mittelpunkt der Untersuchungen steht der Pferdetrainer und Apotheker Guidi Nigrelli, der mit Lampre-Teamchef Giuseppe Saronni befreundet ist.

Ihm wird vorgeworfen, seit mehr als zehn Jahren Dopingpräparate zu vertreiben.

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