Mindestens drei niederländische Sportler sind offenbar in den österreichischen Humanplasma-Blutdopingskandal verwickelt. Das bestätigte Herman Ram, der Chef der niederländischen Anti-Doping-Agentur, dem Internetportal AD Sportwereld.

Namen wollte Ram nicht nennen, allerdings spiele der Radsport in dem Dossier eine große Rolle. In der Vergangenheit waren immer wieder der inzwischen zurückgetretene Radstar Michael Boogerd und der jüngst wegen Epo-Dopings für zwei Jahre gesperrte Thomas Dekker mit dem Humanplasma-Skandal in Verbindung gebracht worden.

Ram ergänzte, dass die Nationale Anti-Doping Agentur (NADA) nach den Ermittlungen Disziplinarverfahren eröffnen wolle. Der Blutbank-Skandal war im Winter 2007/2008 publik geworden. Im Labor der Wiener Blutbank Humanplasma wurden von Mitte 2003 bis Anfang 2006 Blutabnahmen bei 30 Sportlern durchgeführt.

Drahtzieher sollen der frühere Ski-Trainer Walter Mayer, der ehemalige Ruder-Nationaltrainer Martin Kessler und Sport-Manager Stefan Matschiner gewesen sein. Österreichs NADA hatte jüngst bereits angekündigt, gegen nationale Spitzensportler und Betreuer Dopingverfahren einleiten zu wollen.

Mit Namen und der genauen Anzahl der Betroffenen ist in den nächsten Wochen schrittweise zu rechnen, wenn die Verfahren von der Rechtskommission der NADA eröffnet werden.

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