Wegen Verstosses gegen das neue Anti-Doping-Gesetz ist in Österreich erstmals Anklage gegen einen Sportler erhoben worden. Dem ehemaligen Radprofi Christof Kerschbaum droht nach Eröffnung eines Verfahrens der Wiener Staatsanwaltschaft als erstem Sportler eine Haftstrafe wegen der Weitergabe von Dopingmitteln.

Kerschbaum war im März 2009 als erster Sportler in der österreichischen Kriminalgeschichte wegen Dopinghandels festgenommen worden. Die Staatsanwaltschaft beschuldigt den inzwischen 33-Jährigen, leistungssteigernde Mittel, darunter das Blutdopingmittel EPO, an mindestens fünf Sportler weitergegeben zu haben.

Kerschbaum, der die Mittel von einem mitangeklagten Apotheker bezogen haben soll, drohen bei einer Verurteilung bis zu sechs Monate Haft. Basis für die rechtliche Handhabe bei der Festnahme des Radfahrers war eine Novelle des 2007 in Österreich erlassenen Anti-Doping-Gesetzes, die Haftstrafen für Handel bzw. Besitz von verbotenen Substanzen vorsieht. Demnach können Strafen von bis zu fünf Jahren Freiheitsentzug verhängt werden.

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