Der ehemalige Radprofi Dietrich Thurau hat Zweifel an einer sauberen Tour de France geäußert. Rund "70 Prozent" der Teilnehmer an der härtesten Rundfahrt der Welt seien gedopt, glaubt der 55-Jährige. "Warum gibt es denn so viele Fahrer in Holland oder Belgien, die schon in jungen Jahren sterben?", fragte Thurau im Gespräch mit "Sport Bild". Die "Jungs vom deutschen Team Milram" seien allerdings "garantiert sauber - so wie die fahren. Die werden ja nur abgehängt."

Thurau, der bei der Tour 1977 insgesamt 15 Tage im Gelben Trikot fuhr und dem Radsport in Deutschland damit zu neuer Popularität verhalf, ist überführter Dopingsünder. "Ich habe aber damals nur harmlose Sachen genommen: Anabolika und Amphetamine", erzählte Thurau, der sich zum Betrug genötigt sah: "Das haben damals alle in der Spitze genommen. Man hatte keine andere Wahl."

Im Vergleich zu den heutigen Fahreren seien die zu seiner Zeit aber "Waisenknaben" gewesen. "Mit Blut hätte ich nicht herumexperimentiert", sagte Thurau, der 1977 zum Sportler des Jahres gewählt worden war.

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