Nach seinen massiven Doping-Anschuldigungen gegen den siebenmaligen Toursieger Lance Armstrong und weitere US-Postal-Mitglieder soll Floyd Landis vom früheren UCI-Präsidenten Hein Verbruggen in E-Mails attackiert worden sein. Das berichtet die US-Zeitung "New York Daily News".

"Herr Landis, Sie verdienen es nicht, dass Ihnen weiter Aufmerksamkeit geschenkt wird, außer von einem Psychiater", hieß es demnach in einer E-Mail mit den Initialien "HV" vom 4. Juni an Landis.

Bereits zwei Tage zuvor soll sich Verbruggen, der Mitglied des Internationalen Olympischen Komitees ist, via E-Mail an den früheren Radprofi gewandt haben und ihm eine Zeitungskolumne nahe gelegt haben, indem Landis' Rolle kritisch hinterfragt wird.

"Ich möchte nicht das Risiko eingehen, dass Ihnen dieser Artikel entgeht. Wenn Sie diesen Artikel gelesen haben, werden Sie vielleicht auch zu dem Schluss kommen, dass Sie Ihr Hauptziel, eine Plage für viele Anderen zu sein, so gut erreicht haben, dass Sie ein Gelbes Trikot verdienen", hieß es darin.

Die E-Mails birgen eine gewisse Brisanz, zumal Verbruggen bis 2005 den Radsport-Weltverband angeführt hatte. In dieser Zeit waren auch zwei Spenden Armstrongs in Höhe von insgesamt 125.000 Dollar eingegangen.

Landis hatte bei seiner Doping-Beichte Mitte Mai behauptet, dass Armstrong im Jahre 2002 positiv auf EPO getestet worden sein soll. Er habe dann ein "finanzielles Abkommen" mit dem damaligen UCI-Chef Hein Verbruggen getroffen, um den Test verschwinden zu lassen.

Verbruggen hatte dies dementiert und Landis öffentlich angedroht, rechtliche Schritte gegen ihn einzuleiten.

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