Die italienische Justiz hat gegen Radprofi Alessandro Petacchi Doping-Ermittlungen eingeleitet. Nach einem Bericht der Sporttageszeitung "Gazzetta dello Sport" wird der 36-Jährige verdächtigt, diverse verbotene Substanzen eingenommen zu haben.

Der Lampre-Profi hat laut Gazzetta kurz vor dem Start der Tour de France am 3. Juli die Mitteilung erhalten, dass die Staatsanwaltschaft Padua gegen ihn ermittelt. Für den 28. Juli wurde Petacchi von der Staatsanwaltschaft vorgeladen. Das Schreiben war bereits am 12. Juli eingetroffen, seine Rechtsanwälte hatten ihn darüber nicht informiert, um ihn nicht zu beunruhigen.

Petacchi ließ am Dienstag über seinen Anwalt Virginio Angelini mitteilen, dass er nach dem Ende der Tour de France zur vollen Kooperation bereits sei. Er sei sich sicher, seine Unschuld beweisen zu können.

Petacchi, der 2008 wegen Dopings mit dem Asthmamittel Salbutamol gesperrt war, erstaunte die Fachwelt bei der 97. Tour bisher mit zwei Etappensiegen. Der Teamkollege von Danilo Hondo ging außerdem am Dienstag als Träger des Grünen Trikots des besten Sprinters auf die 16. Etappe nach Pau.

Die neuerliche Ermittlung gegen Petacchi hänge nicht mit der Durchsuchung von seiner Wohnung in La Spezia im vergangenen April zusammen. Bei dem früheren Milram-Kapitän waren keine verbotenen Substanzen gefunden worden. Die Staatsanwaltschaft von Padua führt schon seit Monaten ausgedehnte Anti-Doping-Ermittlungen durch. Die Fahnder haben sich dabei auf einen Krankenhausarzt konzentriert, der Radprofis und Amateure betreut haben soll.

Der Arzt ist im italienischen Radsport kein Unbekannter. Er soll eng mit dem Giro-Veranstalter RCS verbunden sein. Neben dem Mediziner wird gegen insgesamt 33 Personen ermittelt.

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