Der Heidelberger Dopingexperte Werner Franke hat Jan Ullrich aufgefordert, sich für falsche Aussagen im Zuge ihres Justizstreits bei ihm zu entschuldigen.

"Wenn Ullrich ein Fünkchen Anstand hätte, würde ich spätestens jetzt mal eine Entschuldigung von ihm erwarten", sagte der 70-Jährige. Am Freitag war Ullrich mit einer Unterlassungsklage gegen Franke vor dem Landgericht Hamburg gescheitert.

Nach einer insgesamt vierjährigen gerichtlichen Auseinandersetzung mit dem gefallenen Radstar bezeichnete Franke das Urteil als überfällig: "Die Beweise gegen Ullrich liegen ja seit Jahren auf dem Tisch. Aber in Deutschland gilt eben ein besonderer Schutz für Promis. Eigentlich ist es ein Skandal, dass die Sache so lange gedauert hat."

Franke behauptet seit Jahren, dass der Toursieger von 1997 in der Zeit vor dem Dopingskandal von 2006 Geldzahlungen an den spanischen Arzt Eufemiano Fuentes geleistet hat. "Diese Zahlungen sind erwiesen. Ullrichs Aussage, er habe nie eine Verbindung zu Fuentes gehabt - die mir von ihm unterschrieben vorliegt - ist damit eindeutig falsch."

Ob Ullrich dadurch weitere juristische Konsequenzen drohen, hält Franke für fraglich: "Ich habe in all den Jahren den Glauben an die deutsche Justiz verloren. Es ist schon abenteuerlich, dass Ullrich bis heute nicht dafür belangt wurde."

teilentwitternE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel