Die pauschalen Dopingvorwürfe des italienischen Chefanklägers Ettore Torri schlagen weiter hohe Wellen. Gianni Petrucci, der Präsident des italienischen Olympischen Komitees (CONI), versicherte nun als Reaktion auf Torris Äußerungen, mit dem italienischen Radsportverband enger zusammenzuarbeiten und den Kampf gegen Doping künftig auf allen Ebenen zu verschärfen.

CONI-Anti-Doping-Staatsanwalt Torri hatte mit Aussagen, dass alle Radprofis gedopt seien, für reichlich Wirbel gesorgt. Das italienische Radsport-Team Liquigas drohte sogar damit, Torri wegen Rufschädigung zu verklagen.

"Torris Aussagen sind ein Affront für Teams, die ehrlich arbeiten. Wir werden Torri verklagen", sagte der Liquigas-Chef Roberto Amadio.

Petrucci traf am Donnerstag Italiens Radsport-Präsidenten Renato Di Rocco, um die Situation zu erörtern. Dieser zeigte sich zur Zusammenarbeit im Kampf gegen Doping bereit, doch auf Torris Vorwürfe reagierte auch er mit Empörung. Niemand dürfe behaupten, dass alle Radprofis gedopt seien. "Das ist einfach zu allgemein." Er sei optimistisch, im Anti-Doping-Kampf bald Fortschritte zu erzielen.

Torri dagegen hat nur geringe Hoffnung. "Alle Radprofis, die ich vernommen habe, haben es mir bestätigt: Alle Radfahrer nehmen verbotene Substanzen ein", hatte Torri nach Angaben der italienischen Sporttageszeitung "Gazzetta dello Sport" gesagt. Er fügte gar hinzu: "Wäre Doping nicht für die Gesundheit der Radprofis gefährlich, sollte es liberalisiert werden."

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