Die Welt-Anti-Doping-Agentur (WADA) hat die Erklärung von Tour-Sieger Alberto Contador zurückgewiesen, der Spuren des Kälbermastmittels Clenbuterol in seiner Dopingprobe auf den Genuss verunreinigter Lebensmittel zurückgeführt hatte.

"Diese Version haben wir schon in vielen Fällen gehört, das ist nichts Neues", sagte David Howman, der Generaldirektor der WADA, in Montreal: "Die Frage ist: Kann Contador diese Behauptung beweisen? Ich fürchte, das wird ziemlich schwierig."

Etliche Experten hatte als Erklärung für den positiven Test eine möglicherweise kurz vorher durchgeführte Eigenbluttransfusion ins Spiel gebracht. So soll in einer von Contadors Proben ein zehnfach erhöhter Wert von Blutweichmachern festgestellt worden sein, was oftmals als Indiz für eine Bluttransfusion aus einem Plastikbeutel sprechen soll. Dem widersprach in Montreal der Wissenschaftliche WADA-Direktor Olivier Rabin, der außerdem nicht bestätigen wollte, dass in Contadors Proben tatsächlich ein Blutweichmacher gefunden wurde.

WADA-Generaldirektor Howman forderte den Radsport-Weltverband UCI derweil auf, möglichst bald einen Termin für die Anhörung Contadors anzusetzen. "Im Fall Floyd Landis hat es bis zur Anhörung ein Jahr gedauert. Das darf nicht noch einmal passieren." Die UCI hatte den Spanier nach Bekanntwerden der Testergebnisse vorläufig gesperrt. "Wenn uns das Ergebnis der Anhörung nicht gefallen sollte, werden wir sofort den CAS einschalten", sagte Howman.

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