Der frühere Straßenrad-Weltmeister Mario Cipollini hat die heile Welt und das Fehlen von großen Rivalitäten im Radsport beklagt.

"Die Machos verschwinden. Ich kann in Alberto Contador keinen sehen. Für mich hat er das Gesicht eines anonymen Buchhalters", sagte der Italiener der französischen Sporttageszeitung "L'Equipe".

Die angebliche Freundschaft zwischen den Tour-de-France-Rivalen Contador und Andy Schleck findet er lächerlich.

Auch mit seinem Landsmann Filippo Pozzato ging er für dessen Verhalten nach dem WM-Rennen in Australien hart ins Gericht. "Er wurde gerade im Sprint um Platz drei geschlagen und eine Sekunde später hatte er nichts Besseres zu tun, als dem Sieger zu gratulieren", echauffierte sich Cipollini. "Was ging da in seinem Kopf vor? Ist gewinnen nur noch nebensächlich?"

Zu seiner aktiven Zeit von 1989 bis 2005 galt Cipollini als schillerndster Sprinter des Pelotons.

"Am Beginn eines Sprints war ich ein Gladiator, der seinen Platz um alles in der Welt verteidigen wollte. Wenn ich verloren hatte, war ich nicht in der Lage, dem Sieger zu gratulieren. Ich hasste ihn, denn er hatte mir das Brot aus dem Mund gerissen", sagte der 43-Jährige.

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