Die Parteien des Bundestages haben den Bund Deutscher Radfahrer (BDR) heftig kritisiert. Bei der Sitzung des Sportausschusses am Mittwoch in Berlin machten die Politiker parteiübergreifend ihre Ablehnung für das vom BDR in Auftrag gegebene Gutachten im Fall Burckhard Bremer deutlich.

Dem BDR-Sportdirektor wird vorgeworfen, in der Vergangenheit Dopingfälle vertuscht zu haben.

Vor allem die Tatsache, dass der Bruder des als unabhängig deklarierten Gutachters beim Verband im Referat Leistungssport angestellt ist, brachte die Politiker auf die Palme.

"In bin bestürzt vom Vorgehen des Verbandes. Das ist völlig instinktlos und für den Radsport verheerend", sagte CDU-Politiker Frank Steffel.

Martin Gerster, Obman der SPD-Fraktion, nannte das Gutachten "ein starkes Stück" und kritisierte auch die Wortwahl in dem Papier: "Das ist ein Mix aus Medienschelte und Justizangriff. Das Gutachten trägt leider nicht dazu bei, das Vertrauen in den BDR zu stärken. Damit hat er sich einen Bärendienst erwiesen."

Der BDR-Generalsekretär Martin Wolf verteidigte das Gutachten, das Bremer vom Vorwurf der Dopingvertuschung entlastet. Man gehe davon aus, dass jeder andere Gutachter zu dem gleichen Entschluss gekommen wäre, erklärte Wolf.

Derzeit prüft das Bundesinnenministerium (BMI), ob der BDR Bundesmittel "als rechtliche Konsequenzen aus dem Verhalten von Herrn Bremer" zurückzahlen muss.

Ein Urteil darüber könne sich noch eine Zeit hinziehen, sagte BMI-Staatssekretär Chistoph Bergner und erklärte: "Das Bundesverwaltungsamt prüft derzeit das Gutachten und die Stellungnahmen des BDR sowie der Nationalen Anti-Doping-Agentur NADA. Danach fällen wir ein Urteil."

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