Der deutsche Radprofi John Degenkolb hat die zweite Etappe der Algarve-Rundfahrt gewonnen.

Auf dem Teilstück über 186,5 Kilometer von Lagoa nach Lagos setzte sich der deutsche U-23-Straßenrad-Meister aus Erfurt nach fast fünf Stunden im Sprint vor dem Amerikaner Tyler Farrar (Garmin) und Michael Matthews (Australien/Rabobank) durch.

HTC-Profi Degenkolb verbesserte sich durch den Tagessieg auf den zweiten Platz der Gesamtwertung. Spitzenreiter bleibt der belgische Auftaktsieger Philippe Gilbert (Omega Pharma-Lotto), der am Donnerstag als Sechster ins Ziel kam.

Der dreimalige Toursieger Alberto Contador, der erst am Dienstag durch den spanischen Radsport-Verband RFEC vom Doping-Verdacht freigesprochen worden war, kam mit der ersten Verfolgergrupppe an.

Mit 15 Sekunden Rückstand zu Gilbert liegt der Saxo-Bank-Profi auf dem 17. Platz.

Die dritte Etappe der Rundfahrt führt am Freitag über 179,2 Kilometer von Tavira nach Malhao.

Derweil scheint einem Start von Contador beim Giro d'Italia (7. bis 29. Mai) nichts mehr im Wege zu stehen.

"Wenn sein Teamechef Bjarne Riis ihn aufstellt, wird er fahren", sagte Angelo Zomegnan, Renndirektor der Rundfahrt durch Italien. Der Giro-Chef stellte zugleich klar: "Ich muss ihn nicht einladen, weil sein Team sowieso für die großen Rundfahrten qualifiziert ist."

Tour-de-France-Chef Christian Prudhomme bedauerte: "Wir sind leider zum Abwarten verdammt."

Denn selbst wenn der Weltverband UCI und die Welt-Antidopingagentur WADA gegen den Freispruch des dreimaligen Toursiegers vorgehen und den Internationalen Sportgerichtshof CAS anrufen würden, könnte sich eine Entscheidung lange hinziehen.

Indes mehren sich auch in Spanien die kritischen Stimmen zum Thema. "Der Fall Contador ist teuflisch. Es fällt schwer, von der Unschuld des Radprofis überzeugt zu sein wie auch von seiner Schuld. Da ist es nicht verwunderlich, dass Spaniens Ruf als Dopingparadies neue Nahrung bekommt", schrieb die "AS".

Deren Chefredakteur Alfredo Relano hinterfragte die passive Haltung der UCI: "Man stelle sich einmal vor, in der Champions league tauchte bei Real Madrid, dem FC Barcelona oder dem FC Valencia ein unklarer Dopingfall auf, und der spanische Verband müsste das Urteil fällen."

Contadors Erklärung, verseuchtes Fleisch sei für seine positive Dopingprobe verantwortlich, rief den spanischen Verband der Rinderzüchter auf den Plan. "2010 haben die Behörden 14.179 Kontrollen durchgeführt, und nicht eine war positiv auf Clenbuterol", rechnete "Asoprovac" vor.

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