Im Zusammenhang mit dem Funkverbot verhärten sich die Fronten zwischen dem Radsport-Weltverband UCI und den Profiteams.

Die Vereinigung der Profi-Rennställe (AIGCP) plant Streikmaßnahmen, sollte das von der UCI eingeführte Verbot nicht zurückgenommen werden. "Wenn die Verwendung des Teamfunks nicht bis zum 1. Mai wieder erlaubt sein sollte, haben alle Teams eine Vereinbarung unterschrieben, nicht an der Peking-Tour teilzunehmen", hieß es in einem Statement der AIGCP.

Die Peking-Tour findet vom 5. bis 9. Oktober statt und steigt nicht nur unter dem Mandat der UCI, sondern wird auch vom Weltverband veranstaltet. Anlass für die neuerliche Eskalation in Sachen Funkverbot war ein Meeting der Radsport Councils der UCI, zu dem die AIGCP nicht eingeladen war.

UCI-Präsident Pat McQuaid zeigte sich nach der Sitzung am Donnerstag entsprechend hart. "Es tut mir leid, dass wir in dieser Situation stecken. Ich habe die neuen Spannungen mit Bedauern zur Kenntnis genommen. Aber das wird nichts an der Position der UCI ändern", sagte der Ire der Nachrichten-Agentur "AFP".

Und weiter: "Wir haben die AIGCP dazu aufgefordert, auf die Boykottdrohung zu verzichten. Andernfalls ist ihre Anwesenheit auf der Sitzung des Radsport Coucils nicht angemessen."

Auch die Teams wollen keinen Jota von ihrer Position abweichen. "Um eines klarzustellen: Die Teams bleiben bei ihrer Haltung zum Teamfunk. Radsport ist ein Teamsport, und da ist Kommunikation der Schlüssel für Sportler und Trainer", hieß es in dem Statement der Vereinigung weiter.

Während der Weltverband die Rennen durch die Maßnahme spannender gestalten und Ausreißern größere Chancen einräumen will, fürchten die Fahrer um die Sicherheit. Warnungen vor Stürzen oder Hindernissen könnten sie nicht rechtzeitig erreichen.

Altmeister Jens Voigt hatte bereits einen Boykott der Weltmeisterschaft angeregt. "Wenn keiner hören will, sollten wir es auf die schmerzvolle Weise machen. Schon bei einem verhängnisvollen Unfall wäre der Preis zu hoch, nur um ein interessanteres Rennen zu erhalten", hatte der 39-Jährige im Februar gesagt.

Lediglich elf Prozent der Fahrer befürworteten laut einer Umfrage das Funkverbot. Bis 2012 soll das Verbot kontinuierlich ausgebaut werden.

Abgesehen von dem Funkverbot wurde sich auf dem Council-Meeting mit dem Thema Sanktionen für schwere Doping-Vergehen befasst. Das Council gab die Empfehlung ab, Vergehen mit einer "schwerwiegenden Substanz" anstatt mit zwei zukünftig mit vier Jahren Wettkampf-Sperre zu ahnden.

teilentwitternteilenE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel