Italiens Radsport-Verband will die Strafen für Dopingsünder drastisch erhöhen: Künftig drohen überführten Fahrern vier Jahre Sperre.

Wiederholungstäter sollen gänzlich aus dem Radsport verbannt werden, heißt es in einem Memorandum, das Verbands- und Teamvertreter am Donnerstag in Mailand vorstellten. Für die Nationalmannschaft dürfe außerdem nur antreten, wer seine Werte in einem biologischen Pass glaubwürdig offenlege und gegen den kein Verfahren laufe.

Zuvor hatte sich Gianni Petrucci, Präsident des italienischen Olympia-Komitees (CONI), wegen neuer Doping-Ermittlungen erschüttert gezeigt. "Der italienische Radsport ist nicht mehr glaubwürdig. Der Radsport muss konkrete Initiativen ergreifen und endlich Schluss mit Dopingpraktiken machen", sagte Petrucci.

CONI-Chefankläger Ettore Torri will in den nächsten Tagen Lampre-Fahrer Damiano Cunego und Ex-Weltmeister Alessandro Ballan (BMC) vorladen. Auch Lampre-Teamchef Giuseppe Saronni soll vor dem CONI in Zusammenhang mit einem Dopingskandal befragt werden, der derzeit die Staatsanwaltschaft der norditalienischen Stadt Mantua beschäftigt.

Torri überprüft derzeit die Vorwürfe der Staatsanwälte gegen die beiden italienischen Radprofis und Saronni. Sollte es unbestreitbare Beweise geben, will der CONI-Chefankläger das Anti-Doping-Gericht dazu aufrufen, eine vorläufige Suspendierung der Fahrer zu beschließen. In diesem Fall würden dem Lampre-Team die Tore zum nächsten Giro d'Italia versperrt bleiben.

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