Der Unfalltod des belgischen Radprofis Wouter Weylandt auf der dritten Etappe des Giro d'Italia hat die Diskussionen über Sicherheit im Straßenrennsport neu entfacht.

Die Fahrer kritisieren die Rennorganisatoren und beklagen, unnötige Risiken eingehen zu müssen.

Der tödliche Unfall des 26 Jahre alten Teamkollegen von Jens Voigt, Fabian Wegmann und Dominic Klemme hat eine Diskussion um die Sicherheit der Fahrer losgetreten.

Offenbar war sich auch Weylandt der Gefahren der Rundfahrt bewusst. Wie die belgischen Tageszeitung "Het Laatste Nieuws" berichtet, schrieb er seinem Manager Jef van den Bosch nach dem Giro-Start in einer SMS, dass das Rennen sehr gefährlich sei, es werde nervös gefahren. "Das bereitet mir Sorgen", wird Weylandt zitiert.

Während für die einen Weylandts Unfalltod "ein schrecklicher Zufall" ist, wie die italienische Sporttageszeitung "Corriere dello Sport" schrieb, sehen andere darin ein vermeidbares, ja absehbares Unheil.

"Man konnte es kommen sehen. Es gab viele gefährliche Kurven, aber nicht ein Warnschild oder eine gelbe Flagge, die das anzeigte", sagte der spanische Radprofi Pablo Lustras, der die Etappe als Dritter beendet hatte: "Jegliche Sicherheitsvorkehrungen glänzten durch Abwesenheit."

Nicht minder deutlich äußerte sich Lustras Landsmann Luis Angel Mate, der von einem "schwarzen Tag" sprach. "Im Radsport müssen sich viele Dinge verbessern, aber zuallererst unsere Sicherheit", twitterte der Profi des Cofidis-Teams: "Viele Stürze, viele Verletzungen - und jetzt das. Mir fehlen die Worte."

Konsequenzen daraus zog Tyler Farrar aus den USA. Der Freund und Trainingspartner Weylandts wird am Mittwoch zur fünften Etappe nicht mehr antreten.

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