Einen Tag nach der Gedenkfahrt für den tödlich verunglückten Belgier Wouter Weylandt sind die Radprofis auf der 5. Etappe des 94. Giro d'Italia zum sportlichen Alltag zurückgekehrt.

Überschattet wurde die Etappe erneut von mehreren Stürzen. Am schlimmsten erwischte es Tom Jelte Slagter, der rund 20 km vor dem Tagesziel zu Fall kam und auf dem Asphalt minutenlang medizinisch behandelt werden musste.

Der 21-Jährige wurde in ein Krankenhaus gebracht, wo die Ärzte einen Kieferbruch diagnostizierten, zugleich aber Kopf- und Hirnverletzungen ausschlossen.

Nach 191 km von Piombino nach Orvieto gewann der Niederländer Pieter Weening (Rabobank) mit acht Sekunden Vorsprung vor dem Kolumbianer Fabio Andres Duarte.

Bester Deutscher war Patrick Gretsch (HTC-Highroad), der mit einem Rückstand von 7:12 Minuten als 86. ins Ziel kam.

Mit dem Etappensieg übernahm Weening auch das Rosa Trikot des Gesamtführenden, nachdem der bisherige Spitzenreiter David Millar (Garmin) nach großen Problemen am Schlussanstieg fast drei Minuten auf den Tagessieger verlor.

Die Etappe, die zwei Bergwertungen der dritten Kategorie aufwies und im Schlussteil knapp 20 Kilometer über die berüchtigten Schotterpisten der Toskana führte, war von Beginn von einer Soloflucht des Schweizers Martin Kohler geprägt.

Der 25-Jährige vom Team BMC Racing, der noch keinen Profisieg errungen hat, setzte sich nach zwölf Kilometern aus dem Hauptfeld ab und fuhr zwischenzeitlich einen Vorsprung von knapp zwölf Minuten heraus.

Zehn Kilometer vor dem Ziel schlossen Weening und John Gadret (AG2R) zu Kohler auf, der für seine lange Flucht mit dem Grünen Trikot des besten Bergfahrers belohnt. Weening verteidigte auf dem finalen Anstieg seinen Vorsprung und holte nach 4:54:49 Stunden seinen ersten Saisonsieg und ersten Etappenerfolg beim Giro.

Der sechste Teilabschnitt führt am Donnerstag von Orvieto über 216 km nach Fiuggi.

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