Mit der Enthüllung einer Doping-Risiko-Liste aller 198 Tour-Fahrer von 2010 hat die renommierte französische Sporttageszeitung "L'Equipe" den Radsport-Weltverband UCI am Freitag in Erklärungsnot gebracht.

In dieser Liste stufte die UCI die Aktiven in die Kategorien null (nicht verdächtig) bis zehn (höchst verdächtig) ein. Als Grundlagen hierfür wurden die Blutpässe der Profis und die Werte der Blut-Untersuchungen unmittelbar vor dem Tour-Start herangezogen.

Die Fahrer ab Stufe sechs hätten aufgrund "wiederkehrender Anomalien" und "enormer Schwankungen" in den Parametern "erdrückende" Belege für ein Dopingvergehen gezeigt, berichtete "L'Equipe". Hiervon seien 42 Fahrer betroffen. Ein Beweis für Dopingvergehen oder Fehlverhalten sei die Kategorisierung der Fahrer laut der Unterlagen aber nicht.

Bei der UCI herrschte nach der Veröffentlichung große Aufregung, zugleich begann die Suche nach dem internen "Leck". `Die UCI bedauert, dass das Dokument an Personen außerhalb der UCI gelangt sei.

Dieses Dokument war für die UCI und unabhängige Beobachter der Welt-Anti-Doping-Agentur WADA bestimmt. Wir behandeln es als eine ernste Angelegenheit und werden alles tun, um herauszufinden, wie das passieren konnte", hieß es in einer Mitteilung des Weltverbandes.

Die Liste würde einen "Verdacht" oder eine "Verurteilung" nicht rechtfertigen, teilte der Weltverband mit. Aufgrund der Blut-Untersuchungen seien die Priorität, die Anzahl und die Merkmale der Dopingtests während des Rennens festgelegt worden.

Zu den 42 Fahrern mit einem hohen Verdachtsmoment sollen auch drei Deutsche gehören.

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