Nach der Veröffentlichung der pikanten Doping-Risiko-Liste im Radsport hat sich auch die Welt-Anti-Doping-Agentur WADA auf die Suche nach dem Informations-Leck gemacht.

Auf einem Meeting in Montreal beschloss die WADA, eine interne Untersuchung des Vorfalls durchzuführen.

Generaldirektor David Howmann sicherte dem Radsport-Weltverband UCI, der seinerseits intern ermittelt, volle Unterstützung bei der Aufklärung des peinlichen Vorfalls zu.

Die renommierte französische Sporttageszeitung "L'Equipe" hatte am Freitag eine interne UCI-Liste aller 198 Tour-Fahrer von 2010 veröffentlicht, in der die Profis in die Kategorien null (nicht verdächtig) bis zehn (höchst verdächtig) eingestuft wurden.

Als Grundlagen dienten die Blutpässe der Profis und die Werte der Blut-Untersuchungen unmittelbar vor dem Tour-Start.

Die Fahrer ab Stufe sechs hätten aufgrund "wiederkehrender Anomalien" und "enormer Schwankungen" in den Parametern "erdrückende" Belege für ein Dopingvergehen gezeigt, berichtete "L'Equipe".

Hiervon seien 42 Fahrer betroffen. Ein Beweis für Dopingvergehen oder Fehlverhalten sei die Kategorisierung der Fahrer laut der Unterlagen aber nicht.

Zu den 42 Fahrern mit einem hohen Verdachtsmoment gehören auch drei Deutsche: Sprinter Danilo Hondo (Garmin) wurde in die Kategorie acht, Andreas Klöden (RadioShack) und Tony Martin (HTC-Highroad) jeweils in die Kategorie sieben eingestuft.

Überraschend war die Note 5 für Alberto Contador. Bei der letztjährigen Frankreich-Rundfahrt war der umstrittene Spanier bei einem Dopingtest positiv aufgefallen.

Den Clenbuterol-Befund hatte Contador mit dem Verzehr von verunreinigtem Fleisch erklärt.

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