Der Radsport-Weltverband UCI soll eine positive Dopingprobe des siebenmaligen Tour-de-France-Siegers Lance Armstrong von der Tour de Suisse 2001 verheimlicht haben.

Das behauptete Armstrongs früherer Teamkollege Tyler Hamilton in der Sendung "60 Minutes" im US-Sender CBS. "Ich weiß, dass er einen positiven Test hatte. Er hat es mir mal ganz nebenbei erzählt und wirkte dabei total entspannt. Er hat sogar darüber gelacht", sagte der zweimal des Dopings überführte Zeitfahr-Olympiasieger von 2004.

Der Verband soll das Testergebnis seinerzeit bewusst nicht öffentlich gemacht haben. "Ich kenne nicht alle Details, aber Leute aus Lances Team und Leute von der anderen Seite, ich glaube Leute aus dem Verband, haben einen Weg gefunden, darüber hinwegzusehen. Das hat Lance mir erzählt", sagte Hamilton weiter.

CBS führte als Beleg die Aussage eines Schweizer Laborleiters an die amerikanische Bundespolizei FBI an, wonach ein UCI-Mitglied dem fraglichen Test keine Konsequenzen folgen lassen wollte und stattdessen nur ein Treffen mit Armstrong anberaumte.

Die UCI selbst betonte in einem Brief, dass es 2001 kein positives Testergebnis bei Armstrong gegeben habe: "Und die Wahrscheinlichkeit einer Vertuschung ist gleich Null."

Dessen Anwalt Mark Fabiani warf CBS einen "Mangel an journalistischer Fairness" und "Sensationsberichterstattung" vor.

teilentwitternteilenE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel