Deutschlands einziger Tour-de-France-Sieger Jan Ullrich will mehr als vier Jahre nach seinem Rücktritt wieder im Radsport arbeiten.

"Ich möchte jetzt wieder beruflich durchstarten - und das wird relativ sicher im Radsport stattfinden", sagte Ullrich im Interview mit dem Internetportal "radsport-news.com".

Er könne sich gut vorstellen, sagte der Tour-Sieger von 1997, "dem Nachwuchs eine Chance zu ermöglichen". Geplant sei aber noch nichts.

"Ich musste jetzt auch erst einmal mit der Situation zurecht kommen. Aus der großen Liebe Radsport wurde eine Zeit lang eine Art Hass-Liebe. Aber diese großartige Sportart entwickelt sich gerade wieder zur großen Liebe", sagte der 37-Jährige.

Ullrich hatte sich zuletzt aus der Öffentlichkeit zurückgezogen, nachdem er im Sommer vergangenen Jahres nach eigenem Bekunden an einem Burn-out-Syndrom gelitten hatte.

2006 war der gebürtige Rostocker mit dem mutmaßlichen Dopingarzt Eufemiano Fuentes in Verbindung gebracht worden. Ullrich, der stets Doping bestritt, schweigt bis heute zu den Vorwürfen.

Im Dopingfall des Tour-Titelverteidigers Alberto Contador kritisierte Ullrich die "schleichende Entscheidung" des internationalen Sportgerichtshofes CAS.

"Ich für meinen Teil stehe zu Alberto. Wenn er frei gesprochen wird, ist er einer der größten Radfahrer und darf überall mitfahren. Andererseits muss er natürlich gesperrt werden, wenn er schuldig gesprochen wird. Der Fairness halber gilt für mich vor dem Urteilsspruch immer die Unschuldsvermutung", sagte Ullrich, der auch wieder privat und zu Trainingszwecken Rad fährt.

Einen eindeutigen Favoriten für die laufende Tour will Ullrich nicht benennen: "Ich glaube, dass es dieses Jahr richtig spannend wird. Neben Contador gibt es so viele gute Leute. Die Schleck-Brüder und Cadel Evans. Ivan Basso steht auch auf meiner Liste. Es sind wirklich viele gute Leute. Andreas Klöden ist auch ein potenzieller Tour-Favorit. Man kann es schwer sagen."

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