Die 98. Tour de France hat ihren ersten Dopingfall. Beim russischen Olympia-Dritten von 2008, Alexander Kolobnew, ist in der A-Probe das Diuretikum Hydrochlorothiazid nachgewiesen worden. Das gab der Weltverband UCI am Montagabend bekannt. Kolobnews rein russisches Team Katjuscha trennte sich noch am Abend von dem Radprofi.

"Wir haben ihn entlassen. Wenn der Fall abgeschlossen ist, wird er für den Schaden, den er dem Team zugefügt hat, bezahlen müssen", sagte Katjuscha-Sprecher Sergej Outschakow.

Der 30-jährige Kolobnew, Vizeweltmeister von 2009, war zunächst nicht von der Frankreich-Rundfahrt ausgeschlossen worden, weil das Mittel nicht auf der Dopingliste der UCI steht und deshalb in diesem Fall keine provisorische Sperre ausgesprochen werden konnte.

Allerdings machte die UCI in einem Statement deutlich, dass sie "zuversichtlich ist, dass das Team die notwendigen Schritte unternimmt, um die Tour de France in Ruhe weiterlaufen zu lassen".

Die positive Probe stammt aus einer Kontrolle vom 6. Juli und war im WADA-Labor in Chatenay-Malabry untersucht worden. Kolobnew, der im Gesamtklassement auf dem 69. Platz 22:15 Minuten hinter Spitzenreiter Thomas Voeckler (Frankreich) liegt, hat vier Tage Zeit, um die Öffnung der B-Probe zu beantragen.

Hydrochlorothiazid wird häufig zur Maskierung von Doping-Substanzen benutzt. Das Strafmaß bei einem Nachweis von Hydrochlorothiazid reicht von einer Verwarnung bis zu einer zweijährigen Sperre.

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