Die 98. Tour de France hat nun tatsächlich ihren ersten Dopingfall. Auch die B-Probe des russischen Radprofis Alexander Kolobnew erbrachte ein positives Ergebnis. Das gab der Radsport-Weltverband (UCI) am Mittwoch in einer Stellungnahme bekannt.

Die UCI erwartet, dass der russische Radsportverband nun ein Verfahren gegen den Fahrer vom Team Katjuscha eröffnet.

Kolobnew war bei einer Wettkampfkontrolle am 6. Juli das Diuretikum Hydrochlorothiazid (HCT) im Urin nachgewiesen worden.

Daraufhin hatte der Olympiadritte von 2008 die Tour vor der 10. Etappe freiwillig verlassen und die Öffnung der B-Probe abgewartet.

"Ich weiß nicht, wie die Substanz in meinen Körper gekommen ist", hatte Kolobnew nach der positiven A-Probe gesagt.

Sein Rennstall Katjuscha hat Kolobnew nach der positiven B-Probe suspendiert. "Katjuscha bestätigt die Sperre des Fahrers", hieß es in einer Mitteilung.

Vor einer Entlassung des 30-Jährigen wolle das Team allerdings zunächst die Entscheidung des russischen Verbandes abwarten. "Die internen Regeln des Teams besagen, dass der Fahrer gesperrt wird und ein fünffaches Jahresgehalt an Strafe zu zahlen hat, wenn die B-Probe auch positiv ist", hatte Katjuscha nach der A-Probe bekannt gegeben.

Auch die B-Probe wurde im Labor der Welt-Anti-Doping-Agentur (WADA) in Chatenay-Malabry untersucht. HCT hat keine direkt leistungssteigernde Wirkung, sondern führt zu vergrößertem Volumen des Urins und wird zur Gewichtsreduzierung eingesetzt. Es kann aber auch zur Maskierung von Doping-Substanzen benutzt werden. Kolobnew muss mit einer zweijährigen Sperre rechnen.

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