Bei einer Lesung von Radsport-Legende Täve Schur in Berlin ist es zum Eklat gekommen.

Während der 80-Jährige aus seinem Buch "Der Ruhm und ich" las, sprangen die Doping-Opfer Uwe Trömer und Andreas Krieger auf und protestierten lautstark gegen Aussagen von Schur.

Das berichtet die "Bild"-Zeitung. Besonders der Satz "Den DDR-Sport als 'kriminelle Vereinigung' hinzustellen, geht mir ans Herz'", erzürnte die Zuhörer.

"Ich litt durch Doping an beidseitigem Nierenversagen, hatte schwarzen Urin. Ich war zehn Stunden vom Tod entfernt. Und Sie sagen, das war kein Unrechtssystem?", rief Trömer, zu DDR-Zeiten Bahnradfahrer.

Trömer ergänzte: "Es war richtig, Sie nicht in die 'Hall of Fame' aufzunehmen."

Schur nahm die Einwände zur Kenntnis: "Ihr Fall ist tragisch, aber es gab Entschädigungen." Krieger, als Frau unter dem Namen Heidi Krieger 1986 Europameisterin im Kugelstoßen, ergänzte: "Meine Gesundheit kann ich mir nicht zurückkaufen."

Schur gilt als einer der erfolgreichsten DDR-Sportler. Der gelernte Mechaniker wurde 1958 und 1959 Straßenweltmeister der Amateure, 1955 und 1959 triumphierte er bei der Friedensfahrt, der Tour de France des Ostens.

Zu DDR-Zeiten saß Schur in der Volkskammer. Später zog er für die PDS in den Bundestag ein. Seine Rolle blieb strittig, deshalb wurde er auch nicht in die "Hall of Fame" des deutschen Sports aufgenommen.

teilentwitternE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel