Ohne die Anwesenheit von Vertretern des ehemaligen Radprofis Jan Ullrich hat sich am Montag ein Schiedsgericht des Internationalen Sportgerichtshofes CAS mit einem Einspruch des Radsport-Weltverbandes UCI befasst.

Dieser richtet sich gegen die Einstellung von Ullrichs Doping-Verfahren durch den Schweizer Verband.

Hintergrund ist Ullrichs Verwicklung in die Affäre um den mutmaßlichen Dopingarzt Eufemiano Fuentes, die einen Tag vor dem Start der Tour de France 2006 aufgedeckt worden war.

"Es ging um die Prüfung der Fakten und der Zuständigkeit. Von Ullrichs Seite hat es nur eine schriftliche Stellungnahme gegeben, es ist zuvor bereits alles dazu gesagt worden", erklärte Ullrichs neuer PR-Manager Falk Nier.

Der Schweizer Verband, bei dem Ullrich wegen seines Wohnsitzes registriert war, war von der UCI 2006 beauftragt worden, ein Verfahren zu eröffnen.

Die Ermittlungen wurden jedoch nach mehr als drei Jahren eingestellt. Man habe keine "Disziplinargewalt", hieß es damals vom Schweizer Olympischen Komitee, das für Dopingfälle zuständig ist.

Ullrich hatte 2006 im Wissen, nicht mehr Radfahren zu wollen, seine Rennlizenz abgegeben.

Die UCI vertritt die Ansicht, dass die Schweizer auch nach dem Karriereende Ullrichs die Verantwortlichkeit tragen.

Der CAS wird darüber befinden. Sollte dem Einspruch stattgegeben werden, sind mehrere Szenarien denkbar.

"Das schlimmste Urteil wäre eine lebenslange Sperre, der beste Fall, wenn der CAS entscheidet, die Schweiz ist nicht zuständig", sagte Nier. Wann das Urteil gesprochen wird, ist nicht vorherzusagen.

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