Patrice Ciprelli, Ehemann und Trainer von Frankreichs Radsport-Idol Jeannie Longo, war seit 2007 offenbar dauerhaft in Dopingpraktiken verwickelt.

Dies vermeldet die französische Nachrichtenagentur "AFP" unter Berufung auf eine Quelle aus dem direkten Umfeld der Untersuchung der Polizei in Grenoble. Es handele sich "um permanentes Doping", hieß es.

Die Polizeibeamten konnten Ciprelli offenbar 15 Einkäufe des Blutdopingmittels Epo seit 2007 nachweisen. Der Gesamtwert betrug 19.800 Dollar, umgerechnet rund 15.000 Euro.

Im Zuge der polizeilichen Untersuchung fanden die Beamten in einem Beutel von Ciprelli ein Dokument, auf dem ein Password aufgeführt war. Damit hatte Ciprelli offenbar im Internet Zugang zu einer Quelle in der Türkei. Das Epo wurde demnach von der Insel Mauritius nach Frankreich eingeführt.

Ciprelli, der seit 1987 mit Jeannie Longo verheiratet ist, war am Mittwochmorgen wegen des Handels mit gesundheitsgefährdenden Substanzen verhaftet worden. Im Rahmen der Ermittlungen wurde auch das Haus des Paares in Grenoble durchsucht. Longo soll als Zeugin verhört werden.

Ciprelli hatte am Donnerstag nochmals den Vorwurf zurückgewiesen, er habe mit Epo gehandelt. Vielmehr habe er das Mittel ausschließlich für den Eigenbedarf bestellt.

Die 13-malige Straßen-Weltmeisterin Jeannie Longo war erst im vergangenen Dezember vom Vorwurf freigesprochen worden, gegen die Anti-Doping-Bestimmungen verstoßen zu haben.

Damit kann die Olympiasiegerin von Atlanta 1996 nach derzeitigem Stand ihren Traum verwirklichen und 2012 in London zum achten Mal an Olympischen Spielen teilnehmen.

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