Jan Ullrich hat den Rest an Glaubwürdigkeit verspielt, weil er sich beim Rücktritt 2007 nicht zu seinen Verfehlungen bekannte.

Diese Kritik an dem früheren Radsport-Star hat Thomas Bach als Präsident des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB) in einem Interview mit dem Nachrichtenmagazin "Focus" geäußert.

Ullrich hatte erst nach der vom Internationalen Sportgerichtshof CAS am 9. Februar ausgesprochenen Zwei-Jahres-Sperre den Kontakt zum spanischen Blutdoping-Arzt Eufemiano Fuentes eingeräumt. Ein klares Doping-Bekenntnis Ullrichs fehlt jedoch weiterhin.

"In dieser Causa herrscht jetzt endlich Klarheit", sagte Bach, zugleich Vizepräsident des Internationalen Olympischen Komitees (IOC).

"Es wäre allerdings im Interesse von Jan Ullrich gewesen, wenn er sich rechtzeitig, also spätestens bei seinem Rücktritt im Jahr 2007, zu seinen Verfehlungen bekannt und wirklich alle Karten auf den Tisch gelegt hätte. Nur damit hätte er einen echten Beitrag zum Kampf gegen Doping geleistet, einen reinigenden Prozess eingeleitet. Und sich einen Rest an Glaubwürdigkeit bewahrt."