Der wegen Dopingverdachts verhaftete französische Radprofi Remy di Gregorio soll spätestens am Donnerstag einem Haftrichter in Marseille vorgeführt werden. Das meldet die französische Nachrichtenagentur "AFP" unter Berufung auf Polizeiquellen.
Di Gregorio und zwei weiteren ebenfalls verhafteten Personen, darunter einem 75-jährigen Mann, wird organisierter Dopinghandel vorgeworfen. Bei einer Verurteilung drohen ihnen eine Haftstrafe von bis zu sieben Jahren sowie eine Geldbuße in Höhe von 150.000 Euro.
Di Gregorio war am ersten Ruhetag der 99. Tour de France bei einer Razzia im Mannschaftshotel der französischen Equipe Cofidis in Bourg-en-Bresse verhaftet worden. Er soll in flagranti beim Versuch erwischt worden sein, Dopingmittel zu erwerben.
Die beiden weiteren Verhafteten sind womöglich Händler gewesen. Die französischen Dopingfahnder sollen durch ein abgehörtes Telefonat auf die Aktion aufmerksam geworden sein.
In Bourg-en-Bresse waren zudem verdächtige Mittel in einem Fahrzeug gefunden worden, die derzeit genauer auf ihre Doping-Natur hin untersucht werden.
Die Verhaftung Di Gregorios ist Teil eines Ermittlungsverfahrens, das bereits seit vergangenem Jahr bei der Staatsanwaltschaft Marseille läuft. Damals stand der 26 Jahre alte
Di Gregorio bei der kasachischen Mannschaft Astana unter Vertrag. Sein aktuelles Team Cofidis hatte unverzüglich nach Bekanntwerden der Vorwürfe di Gregorios Suspendierung bekanntgegeben.
Beim zweitklassigen französischen Rennstall war man am Tag nach der Razzia um Normalität bemüht und will sich wieder auf das Rennen konzentrieren.
"Nach dem ersten Schock haben die Fahrer das hinter sich gelassen. Wir wollen nun unsere ganze Energie in die Tour stecken und uns bestmöglich präsentieren", sagte Teammanager Yvon Sanquer.
Der estische Cofidis-Profi Rein Taaramae ist derzeit Führender der Nachwuchswertung, die Verteidigung des Weißen Trikots ist das Hauptziel der Equipe.
Unterdessen zeigte sich Tour-Direktor Christian Prudhomme nach den Vorkommnissen am Dienstag zufrieden: "Die Nachricht ist eindeutig. Früher oder später wird jeder Betrüger auffliegen, das muss allen klar werden. Je früher sie erwischt werden, desto besser.
