Dem am Ruhetag der Tour de France verhafteten französischen Radprofi Remy di Gregorio droht eine Anklage wegen des unerlaubten Besitzes medizinischer Ausrüstung.
Das teilte der zuständige Richter Jacques Dallest am Donnerstag in Marseille mit. Demnach wurden beim Cofidis-Profi Präparate für Glukose-Injektionen gefunden, die ohne ein entsprechendes medizinisches Gutachten verboten sind.
Zudem hat di Gregorio zwischen Ende Mai und Ende Juni sein Blut anscheinend mindestens vier Mal von einem ebenfalls verhafteten Arzt mit Ozon behandeln lassen. Dieser Vorgang dient vor allem der Entschlackung und soll die Durchblutung fördern.
Die leistungssteigernde Wirkung von Ozonbehandlungen ist jedoch umstritten. "Es geht um medizinische oder halbmedizinische Praktiken, die verboten sind. Wir reden vielleicht nicht von einer Dopingsubstanz, doch die Methode ist nicht erlaubt", sagte Dallest.
Der 75 Jahre alte Arzt, der neben di Gregorio und einer weiteren Person verhaftet worden war, soll die Behandlung gestanden haben. Der Mediziner, der einen "luxuriösen Lebenstil" pflegte und in dessen Haus 26.000 Euro in bar gefunden worden waren, soll wegen "verbotener Behandlungsmethoden" angeklagt werden.
Die dritte inhaftierte Person wurde am Mittwoch auf freien Fuß gesetzt. Sie war mit Vitaminen, Bluttransfusionen, Nahrungsergänzungsmitteln und anderen Substanzen aufgegriffen worden, die derzeit genauer untersucht werden.
"Diese Person war ein Freund aus Marseille, der die vom Fahrer aus dem Internet gekauften Produkte liefern wollte", sagte Dallest.
Di Gregorio war am ersten Ruhetag der 99. Tour de France bei einer Razzia im Mannschaftshotel der französischen Equipe Cofidis in Bourg-en-Bresse verhaftet worden. Er soll in flagranti beim Versuch erwischt worden sein, Dopingmittel zu erwerben.
Die französischen Dopingfahnder sollen durch ein abgehörtes Telefonat auf die Aktion aufmerksam geworden sein.
Die Verhaftung Di Gregorios ist Teil eines Ermittlungsverfahrens, das bereits seit vergangenem Jahr bei der Staatsanwaltschaft Marseille läuft. Damals stand der 26 Jahre alte Di Gregorio bei der kasachischen Mannschaft Astana unter Vertrag.
