Der unter Dopingverdacht stehende luxemburgische Radsport-Star Fränk Schleck hat in der schwersten Krise seiner Karriere Rückendeckung von der Familie erhalten.
Andy Schleck, Tour-Sieger von 2010, schloss jegliches Eigenverschulden seines älteren Bruders nach dem Bekanntwerden einer positiven Dopingprobe bei der 99. Tour de France kategorisch aus.
"Es ist ein Riesenschock für uns, denn Fränk hat nie etwas Illegales zu sich genommen. Ich schwöre es auf den Kopf meiner Mutter", sagte der 27-Jährige der luxemburgischen Tageszeitung "Le Quotidien":
"Wir trainieren und fahren die ganze Zeit Rennen zusammen, auch wenn es in diesem Jahr etwas seltener der Fall ist. Ich kann mich nur wiederholen. Er hat nie etwas Verbotenes getan."
Fränk Schleck, der Tour-Dritte des Vorjahres vom Rennstall RadioShack-Nissan, war auf der 13. Etappe der Frankreich-Rundfahrt positiv auf das verbotene Diuretikum Xipamid getestet worden.
Nach Bekanntwerden des Resultats am Dienstag wurde Schleck in einer gemeinsamen Entscheidung mit dem Fahrer von seinem Team aus dem Rennen genommen. Der 32-Jährige hat die Öffnung der B-Probe beantragt.
Fränk Schleck hatte in einer ersten Reaktion jede Schuld von sich gewiesen. "Ich streite kategorisch ab, irgendeine verbotene Substanz genommen zu haben. Ich habe keine Erklärung für das Ergebnis", sagte Schleck im Gespräch mit dem Luxemburger Medienunternehmen "RTL":
"Falls die Analyse das Ergebnis bestätigt, werde ich argumentieren, dass ich das Opfer einer Vergiftung geworden bin."
Laut Bruder Andy, dem nach der Dopingsperre des Spaniers Alberto Contador nachträglich der Sieg bei der Tour 2010 zugesprochen worden war, steht Fränk noch immer unter Schock.
"Ich liebe diesen Sport mehr als alles andere, aber das alles ist sehr hart für mich und meine Familie. Momentan hab ich den Radsport satt", sagte Andy Schleck.
Er selbst hatte seine Teilnahme bei der Frankreich-Rundfahrt 2012 wegen eines Steißbeinbruches absagen müssen.
