Der Radsport-Weltverband UCI beansprucht im Fall um den siebenmaligen Tour-de-France-Gewinner Lance Armstrong die Entscheidungsgewalt.
"Die UCI will, dass der gesamte Fall, mit all seinen Beweisen, von einem unabhängigen Gremium beurteilt wird, dass dann entscheidet, ob sich die Beklagten verantworten müssen", schrieb UCI-Präsident Pat McQuaid an die US-Anti-Doping-Agentur USADA.
Die USADA lehnt es allerdings ab, der UCI das Material des Armstrong-Falls zu übergeben. Die Unfähigkeit von Sportorganisationen im Kampf gegen Doping sei bereits in zahlreichen Fällen beobachten worden, hieß es in einem Brief von USADA-Anwalt William Bock.
Zugleich forderte die USADA von der UCI die Gründung einer Wahrheits- und Versöhnungskommission "um den Radsport endgültig zu reinigen."
Die USADA hatte den Anfang 2011 endgültig zurückgetretenen Ex-Weltmeister Armstrong im Juni formal des Dopings angeklagt. Die Agentur stützt sich auf zehn Zeugen, zu denen auch Armstrongs einstige Helfer Tyler Hamilton und Floyd Landis zählen.
Neben dem 40-Jährigen sind fünf weitere Fahrer des Dopings angeklagt. Im Falle einer Verurteilung droht Armstrong, der jegliche Einnahme von Dopingmitteln abstreitet, neben einer lebenslangen Sperre auch die Aberkennung seiner Tour-Siege.
Armstrong hatte sich zuletzt dafür entschieden, gerichtlich gegen die Ermittlungen der USADA gegen seine Person vorzugehen. Er bezichtigt die USADA, das verfassungsmäßige Recht eines Athleten auf eine faire Verhandlung zu verletzen.
