Im Streit um die Entscheidungsgewalt im Fall des siebenmaligen Tour-de-France-Gewinners Lance Armstrong hat sich der amerikanische Radsport-Verband hinter den Weltverband UCI gestellt.
Dies geht aus einem von USA-Cycling-Anwalt Stephen Hess verfassten Brief hervor, den Armstrongs Anwälte Bezirksrichter Sam Sparks in Austin/Texas vorlegten.
Die UCI hatte Anfang August die Befugnisse für sich beansprucht.
"Die UCI will, dass der gesamte Fall mit all seinen Beweisen von einem unabhängigen Gremium beurteilt wird, das dann entscheidet, ob sich die Beklagten verantworten müssen", schrieb UCI-Präsident Pat McQuaid an die US-Anti-Doping-Agentur USADA.
Diese hatte die Forderung entschieden abgelehnt.
Die Unfähigkeit von Sportorganisationen im Kampf gegen Doping sei bereits in zahlreichen Fällen beobachtet worden, hieß es in einem Brief von USADA-Anwalt William Bock.
Das sei, erklärte Bock, als würde "der Fuchs den Hühnerstall bewachen". Zugleich forderte die USADA von der UCI die Gründung einer Wahrheits- und Versöhnungskommission "um den Radsport endgültig zu reinigen".
Mitte Juni hatte die USADA Armstrong formal des Dopings angeklagt.
Die Agentur stützt sich auf mehr als zehn Zeugen, zu denen auch Armstrongs einstige Helfer Tyler Hamilton und Floyd Landis zählen sollen.
Neben dem 40-jährigen Armstrong sind unter anderem auch sein ehemaliger Teammanager Johan Bruyneel angeklagt.
