Der Radsport-Weltverband UCI und das Internationale Olympische Komitee IOC haben zurückhaltend auf die Wende im Fall Lance Armstrong reagiert.
In einer ersten Stellungnahme erklärte die UCI in Bezug auf den Code der Welt-Anti-Doping-Agentur WADA, dass sie auf weiterführende Erklärungen der US-Anti-Doping-Behörde warte.
"Die UCI hat registriert, dass USADA Berichten zufolge Herrn Armstrong alle Titel von 1998 an aberkennen und eine lebenslange Sperre verhängen will", hieß es in der Presseerklärung.
Der Artikel 8.3 des WADA-Codes besage, dass in dem Fall, wenn keine Anhörung erfolge, den betroffenen Parteien (Armstrong, WADA und UCI) "eine begründete Entscheidung vorgelegt wird, die die ergriffenen Maßnahmen erklären", hieß es weiter. Solange diese Begründung nicht vorliege, werde die UCI den Fall nicht weiter kommentieren.
Auch das IOC warte zunächst eine USADA-Erklärung ab, sagte IOC-Sprecher Mark Adams. Armstrong hatte bei den Olympischen Spielen 2000 in Sydney die Silbermedaille im Einzelzeitfahren gewonnen.
Die UCI, die mit Ausnahme der Olympia-Ergebnisse sportrechtlich die Aberkennung von Titeln vollziehen muss, hatte Anfang August vergeblich die Befugnisse in der Causa Armstrong für sich beansprucht. Die USADA lehnte dies entschieden ab.
Die Unfähigkeit von Sportorganisationen im Kampf gegen Doping sei bereits in zahlreichen Fällen beobachtet worden, hieß es in einem Brief von USADA-Anwalt William Bock. Das sei, erklärte Bock, als würde "der Fuchs den Hühnerstall bewachen".
USADA will Armstrong alle sieben Tour-Siege aberkennen und ihn lebenslang sperren. Der 40 Jahre alte Amerikaner hatte zuvor überraschend bekannt gegeben, sich nicht mehr gegen das USADA-Vorgehen zu Wehr setzen zu wollen.
