Der ehemalige Radprofi und Doping-Kronzeuge Jörg Jaksche hat seinen früheren CSC-Teamchef Bjarne Riis, heute Leiter des Rennstalls Saxo Bank, schwer belastet.

Verschiedene Fahrer des dänischen Teams CSC seien 2004 nach Madrid zum mutmaßlichen Dopingarzt Eufemiano Fuentes geschickt worden.

"Das war mein klarer Eindruck", sagte Jaksche der dänischen Tageszeitung Extrabladet, "das war keine individuelle Sache, es war organisiert und erfolgte automatisch bei Fahrern ab einem bestimmten Level."

Jaksche war 2005 zum spanischen Team Liberty Seguros gewechselt, für das auch die heutigen Riis-Fahrer Alberto Contador, Jesus Hernandez, Daniel Navarro und Sergio Paulinho tätig waren.

Er hatte dann auf Anraten von Teamchef Manolo Saiz Fuentes aufgesucht. Dieser sei bei seinem ersten Besuch erstaunt gewesen und habe gefragt, "warum ich nicht schon im Jahr zuvor gekommen sei".

Jaksche weiter: "Er war nach Vermittlung des CSC-Managements von mehreren Fahrern aufgesucht worden. Deshalb hatte er schon viel früher auch mit meinem Besuch gerechnet." Riis selbst hat bislang bestritten, Kontakt zu Fuentes gehabt zu haben, ihn gar zu kennen.

Jörg Jaksche hat schon wiederholt die Dopingpraktiken im Radsport angeprangert. Einst beim damaligen Team Telekom als Kronprinz von Jan Ullrich gehandelt, wurde der Ansbacher durch seine spektakuläre Dopingbeichte 2007 im Magazin "Spiegel" zum Kronzeugen - und für viele zum Nestbeschmutzer.

"Zu meiner Zeit gab es keine Möglichkeit des Ausweichens, es gab es nur die Möglichkeit, es nicht zu machen, abgehängt zu werden und nach Beendigung des Vertrages keinen neuen Vertrag zu unterschreiben", hatte er erklärt.

Jaksche betrieb einst Blutdoping unter Anleitung der Ärzte. Unter dem Decknamen "Bella" war er in den Fuentes-Skandal verwickelt.

Nach seiner Dopingsperre wollte der frühere Spitzenfahrer neu anfangen und unterschrieb 2008 für das symbolische Gehalt von einem Euro einen Einjahresvertrag beim drittklassigen italienischen Rennstall Cinelli-OPD.

Das Comeback platzte allerdings, weil sein Team vom Radsport-Weltverband UCI im Februar 2009 keine Lizenz erhielt.

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