Der über seine Doping-Vergangenheit gestürzte US-Radstar Lance Armstrong soll für den Fall seiner Absetzung als siebenmaliger Tour-de-France-Sieger (1999-2005) keine Nachfolger bekommen.
Das teilten die Organisatoren der Frankreich-Rundfahrt am Freitag mit.
"Was wir wollen ist, dass es keine Gewinner gibt", sagte Tour-Direktor Christian Prudhomme. Den Enthüllungen der US-Antidoping-Agentur USADA könne man nicht gleichgültig gegenüber stehen.
"Es ist ein vernichtendes Bild gezeichnet worden", sagte Prudhomme, der von einem "verlorenen Jahrzehnt" sprach.
Durch die voraussichtlichte Verfahrensweise der Tour-Macher dürften sich auch Spekulationen um eine Ernennung der früheren deutschen Tour-Zweiten Jan Ullrich und Andreas Klöden zu Armstrongs "Erben" erledigt haben.
Ullrich, Tour-Sieger 1997 und später auch als Doping-Sünder überführt, hatte zudem schon Ende August mit Blick auf seine zweiten Plätze 2000, 2001 und 2003 seinen Verzicht auf etwaige Ansprüche auf die jeweiligen Gesamtsiege erklärt.
Klöden, ebenfalls mehrfach mit Leistungsmanipulationen in Verbindung gebracht, war 2004 hinter Armstrong als Zweiter in Paris angekommen.
Die USADA hatte am Mittwoch ihren lang erwarteten Bericht zum Fall Armstrong an den Weltverband UCI, die Welt-Anti-Doping-Agentur Wada und die World Triathlon Corporation (WTC) übergeben und die Akten zudem im Internet veröffentlicht.
Die USADA legte darin nach eigener Ansicht unerschütterliche Beweise für umfangreiche Dopingpraktiken Armstrongs vor. Die UCI hat drei Wochen Zeit, über die Aberkennung von Armstrongs sportlichen Ergebnissen seit dem 1. August 1998 inklusive seiner sieben Siege bei der Großehn Schleife zu entscheiden.
