Das Urteil der UCI über Lance Armstrong sorgt für Aufsehen in der Sportwelt. Thomas Bach, Vizepräsident Internationales Olympisches Komitee fordert Armstrong auf "sich umfassend zu äußern". Auch andere wichtige Sportgrößen äußern sich. SPORT1 fasst die wichtigsten Stimmen zusammen:
Pat McQuaid (Irland), Präsident Radsport-Weltverband UCI: "Lance Armstrong hat keinen Platz mehr im Radsport. Er muss vergessen werden. Wir müssen die Regeln der UCI ändern. Wir brauchen die Hilfe der Polizei und der Regierungen. Ich werde nicht zurücktreten."
Thomas Bach, Vizepräsident Internationales Olympisches Komitee (IOC): "Spätestens jetzt, nach der eindeutigen Entscheidung der UCI, wäre es für Lance Armstrong an der Zeit, sich umfassend zu äußern. Dies wäre sowohl für ihn selbst als auch für seinen Sport hilfreich. Über die mögliche Aberkennung seiner Bronzemedaille der Olympischen Spiele Sydney 2000 wird das IOC nach der für Freitag angekündigten weiteren Entscheidung der UCI befinden.
Amerikanische Anti-Doping-Agentur USADA: "Heute hat die UCI im Fall von Lance Armstrong die richtige Entscheidung getroffen. Es ist die einzig glaubwürdige. Aber dadurch ist der Radsport keineswegs gesäubert. Dies ist nun Aufgabe einer unabhängigen Wahrheits- und Schlichtungskommission."
Rudolf Scharping, Präsident Bund Deutscher Radfahrer: "Die Entscheidung der UCI ist nach der Beweislast nur konsequent. Entscheidend ist, dass ein verseuchtes Jahrzehnt aufgearbeitet und endlich abgeschlossen wird."
Clemens Prokop, Präsident Deutscher Leichtathletik-Verband (DLV): "Das ist der Super-Gau für diese Sportart. Aber auch die historische Chance für einen Neubeginn. Eine ganze Dekade Radsport-Geschichte muss neu geschrieben werden. Ich bin neugierig, wie man nach dem Streichung der Resultate von Armstrong die Folgeprobleme löst."
Michael Lehner, Fachanwalt für Doping: "Dass die UCI das Urteil der amerikanischen Anti-Doping-Agentur USADA voll übernommen hat, ist nicht okay. Sie schießt über das Ziel hinaus, denn sie darf das Sportrecht nicht beliebig handhaben. Dopingvergehen unterliegen einer achtjährigen Verjährungsfrist. Der WADA-Code lässt ein Urteil mit Aberkennung von Titeln und Resultaten bis zurück zum Jahr 1998 nicht zu. Der Internationale Sportgerichtshof CAS müsste die Entscheidung der UCI korrigieren, falls er von Armstrong angerufen wird. Wenn die UCI-Führung Anstand hätte, würde sie genauso zurücktreten wie dies in der Politik üblich ist."
