Lance Armstrongs Absetzung als siebenmaliger Tour-de-France-Sieger müssen nach Meinung der Welt-Anti-Doping-Agentur WADA zur Wiederherstellung der Glaubwürdigkeit im Radsport Konsequenzen beim Weltverband UCI folgen.
"Niemand, der in Armstrongs Jahren bei der UCI an verantwortlicher Stelle tätig war, kann noch rechtfertigen, weiterhin an der gleichen oder einen ähnlichen Stelle zu sein", sagte Wada-Präsident John Fahey dem australischen Rundfunksender "ABC Radio".
"Es gab eine Zeit", sagte Fahey weiter, "in der Doping für jeden Fahrer dazu gehörte. Alle Zeugen gegen Armstrong sagten aus, dass man ohne nicht konkurrenzfähig gewesen ist. Und wenn Doping so weit verbreitet war, muss man Fragen stellen: Wer wollte das stoppen? Wer hat dagegen gearbeitet? Warum ist es nicht gestoppt worden?"
Der Australier kommt zu einer einzigen Schlussfolgerung: "Der Radsport kann seine Glaubwürdigkeit nicht wiederherstellen und kein neues Vertrauen gewinnen, wenn die verantwortlichen Personen bei der UCI sich diese Fragen nicht stellen und keine Konsequenzen für sich und ihren Verband daraus ziehen."
UCI-Präsident Pat McQuaid hatte am vergangenen Montag bei der Bekanntgabe der UCI-Entscheidung gegen Armstrong seinen Rücktritt ausgeschlossen.
Sein niederländischer Vorgänger und UCI-Ehrenpräsident Hein Verbruggen, während Armstrongs vermeintlich erfolgreichster Jahre UCI-Chef, hatte noch kurz vor Armstrongs Absetzung als Tour-Sieger auf den Mangel an positiven Dopingtests des Amerikaners und damit auf fehlende Beweise gegen den 41-Jährigen hingewiesen.
Auch steht die UCI im Verdacht, von Armstrong Zahlungen erhalten und im Gegenzug auf die konsequente Verfolgung von Hinweisen auf Doping bei dem Texaner verzichtet zu haben.
