Die Welle der Doping-Geständnisse im Zuge der Armstrong-Affäre hält im Radsport an.
Der frühere Telekom-Profi Bobby Julich meldete am Donnerstag den Missbrauch des Blutdopingmittels Epo zwischen 1996 und 1998 bei seinem Team Sky, bei dem der Amerikaner seit zwei Jahren als Trainer unter Vertrag stand.
Das Team um Tour-Sieger Bradley Wiggins, dass in der Vorwoche neue interne Anti-Doping-Regeln bekannt gegeben hatte, trennte sich mit sofortiger Wirkung vom 40-Jährigen.
"Ich habe die Entscheidung zu einem umfassenden Geständnis in dem vollem Wissen getroffen, dass ich damit meinen Traumjob bei Sky verliere und mir weitere Konsequenzen drohen. Aber ich hoffe, wir können aus den Vergangenheit lernen", sagte Julich bei "cyclingnews.com".
"Bobby hat bei uns einen tollen Job gemacht, und wir wünschen ihm alles Gute. Aber wir haben klare Regeln aufgestellt, um ein sauberes Team zu sein", sagte Sky-Teamchef Dave Brailsford.
Sky hatte zuletzt verkündet, dass jeder Fahrer und Mitarbeiter eine schriftliche Erklärung abgeben muss, dass er weder in der Gegenwart noch in der Vergangenheit mit Doping zu tun hatte. Ansonsten drohe der Rauswurf aus dem Team.
Julich fuhr 1995 und 1996 gemeinsam mit Lance Armstrong für das US-Team Motorola, ehe er zur französischen Mannschaft Cofidis (1997 bis 1999) wechselte. Von 2002 bis 2003 stand der Texaner beim Bonner Team Telekom unter Vertrag, war im ersten Jahr Helfer von Jan Ullrich.
1998 war Julich hinter Marco Pantani und Ullrich Dritter der Tour de France.
Noch im August wurde der ursprünglich drittplatzierte Julich vom Internationalen Olympischen Komitee (IOC) zum Silbermedaillen-Gewinner des Einzelzeitfahrens der Spiele 2004 in Athen ernannt, nachdem Sieger Tyler Hamilton Gold wegen Dopings aberkannt worden war.
