Der geständige Dopingsünder Stefan Schumacher hat erneut schwere Vorwürfe gegen seinen ehemaligen Teamchef Hans-Michael Holczer erhoben.

"Er hat Russisch Roulette gespielt. Antidopingkampf war sein Marketingkonzept nach außen. Dabei hat er gewusst, was im Team läuft", sagte der Radprofi Schumacher in einem Interview mit der "Stuttgarter Zeitung" (Dienstagsausgabe).

Im Bus des Teams Gerolsteiner sei es zugegangen "wie in einer Apotheke mit Selbstbedienung".

Holczer habe sich nicht die Finger schmutzig gemacht, "aber er hat es toleriert und die Voraussetzungen geschaffen, indem er entsprechende Ärzte einstellte", so Schumacher, der von 2006 bis 2008 für Holczers Rennstall fuhr und bei der Tour 2008 und den Olympischen Spiele 2008 positiv auf das Dopingpräparat Cera getestet worden war.

Der 31-Jährige hatte Ende März ein umfassendes Geständnis abgelegt.

Holczer hatte die Vorwürfe immer bestritten.

"Das ist vollkommen aus der Luft gegriffen", hatte er zuletzt gesagt.

Es werde Aufgabe des Landgerichts sein, "diesen Sachverhalt zu klären". Ab Mittwoch muss sich Schumacher in Stuttgart in einem Präzedenzverfahren gegen eine Betrugsanklage verteidigen.

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