Die ehemalige Präsidentin des Bundes Deutscher Radfahrer (BDR), Sylvia Schenk, hat die erneute Kandidatur von Pat McQuaid als Präsident des Weltverbandes UCI scharf kritisiert.

"Wenn der internationale Radsport tatsächlich ein neues Kapitel im Anti-Doping-Kampf beginnen will, muss das durch glaubwürdige Personen an der Spitze symbolisiert werden", sagte Schenk dem Nachrichtenmagazin "Focus".

Dass McQuaid ab September eine dritte Amtszeit als UCI-Präsident anstrebt, "ist kein Aufbruchsignal". Schließlich sei der Ire unter anderem "in die Merkwürdigkeiten der Doping-Affäre Lance Armstrong verstrickt", so Schenk weiter.

Der umstrittene McQuaid hatte vor gut einer Woche erklärt, er wolle bei der Wahl im September UCI-Chef bleiben.

Der 63-Jährige erhielt die Unterstützung seines nationalen Verbandes Cycling Ireland für eine dritte Kandidatur.

McQuaid ist als Nachfolger des Niederländers Hein Verbruggen seit 2005 im Amt. Er ist bislang der einzige Kandidat für das Präsidenten-Amt.

Pat McQuaid und UCI-Ehrenpräsident Verbruggen waren nach dem Doping-Geständnis des gefallenen Radsporthelden Lance Armstrong heftig unter Beschuss geraten.

McQuaid war zögerliches Verhalten vorgeworfen worden. Verbruggen gab sogar zu, von auffälligen Blutwerten beim Amerikaner gewusst zu haben.

IOC-Präsident Jacques Rogge bezeichnete das Vorgehen der UCI als "Interessenskonflikt" und "Fehler".

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