Der Radsport-Weltverband UCI hat die von Travis Tygart, Chef der US-Antidoping-Agentur USADA, erhobenen Vorwürfe der Komplizenschaft kategorisch zurückgewiesen:

"Tatsache ist, dass Herr Tygart keine Beweise für irgendein Fehlverhalten hat. Er will schlichtweg Schlagzeilen machen und liefert eine für ihn bequeme Interpretation eines Gesprächs mit Armstrong", teilte die UCI mit:

"Kein Versuch des Herrn Tygart, die Geschichte neu zu schreiben, kann über die Tatsache hinweg täuschen, dass die USADA beim Versuch versagt hat, Armstrong zu überführen. Die USADA hat ihn 49-mal getestet. Zum Vergleich: Die UCI hat Armstrong 189-mal getestet."

Tygart hatte zuvor in einer Rede vor einer Doping-Kommission des französischen Senats die UCI scharf attackiert.

Amerikas oberster Dopingbekämpfer beschuldigte in Paris die UCI, ihren Pflichten nach dem Fall Lance Armstrong nicht nachgekommen zu sein: "Die UCI hat ankündigt, entscheidende Schritte im Kampf gegen Doping zu unternehmen, doch es ist einfach nichts passiert. Das ist nicht akzeptabel."

Zudem warf Tygart der UCI vor, über die Machenschaften des Texaners informiert gewesen zu sein und diese gedeckt zu haben.

Tygart hatte der UCI auch vorgehalten, dass ihre derzeitige Strategie eine bloße Hinhaltetaktik sei: "Es kommt eine neue Radsportsaison, es kommt eine neue Tour de France, und weitere sechs Monate später haben die Leute alles vergessen."

Tygart erinnerte vor den Kommissionsmitgliedern an die Worte der UCI, dass nur eine "transparente und entschlossene Untersuchung" die Kritiker verstummen lassen werde. Stattdessen habe der Weltverband einige Wochen später die Unabhängigkeitskommission aufgelöst, "kurz bevor sie wirklich unabhängig arbeiten konnte".

teilentwitternE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel