Sky-Radprofi Jonathan Tiernan-Locke ist vom Weltverband UCI aufgefordert worden, ungewöhnliche Blutwerte aus dem September 2012 zu erklären. Das geht aus einem Bericht der englischen "Sunday Times" hervor.

Tiernan-Locke fuhr zu dem fraglichen Zeitpunkt für das drittklassige britische Team Endura. Zur Equipe der Tour-de-France-Sieger Christopher Froome und Bradley Wiggins war der 28-Jährige erst zur laufenden Saison gewechselt, hatte aber nicht zum Aufgebot für die Frankreich-Rundfahrt gezählt.

Bei der Weltmeisterschaft in der Toskana sollte Tiernan-Locke eigentlich für Großbritannien das Straßenrennen am Sonntag bestreiten, hatte seinen Start jedoch kurzfristig mit dem Verweis auf Formschwäche abgesagt.

Das Team Sky um seinen Chef Dave Brailsford erklärte in einer Mitteilung: "Wir haben keine Zweifel, was seine Leistung, sein Verhalten oder Tests beim Team Sky anbetrifft."

Die Anomalien beträfen die Zeit davor. Weil es ein laufendes Verfahren sei, habe Sky versucht, den Fahrer vor öffentlicher Vorverurteilung zu schützen und seine Privatsphäre zu wahren.

Der renommierte britische Journalist David Walsh, der Sky seit Anfang des Jahres begleitet, schrieb in seinem Artikel, dass Tiernan-Lockes Problem von irregulären Variationen in seinem Biologischen Pass herrühre. Diese veranlassten die UCI zu einer Untersuchung.

Tiernan-Lockes Daten waren erst in dieser Saison regelmäßig überprüft worden, weil unterhalb der World Tour keine Langzeitüberprüfung der Blutwerte stattfindet. Die Vergleichsgröße stammte von der Tour of Britain 2012, wo Tiernan-Locke als Gesamtsieger auf Doping getestet worden war.

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